Kommentar

Im Dunstkreis des Kunstkreises

Der Solothurner Kunst-Supermarkt fand nun zum 15. Mal statt. Doch nicht alle freuen sich über den Erfolg.

Oft habe man den Kunst-Supermarkt jenseits der Stadtgrenzen kopieren wollen. Ebenso oft sei dies gescheitert – ausser hier. Wenn Peter-Lukas Meier von seines Geistes Kind spricht, dann tut er es selbstsicher, stolz. Der Erfolg gibt dem Veranstalter zum 15. Mal recht. Kopieren wollte man das Kunstshopping-Konzept auch schon nebenan: In provokativer Nähe von wenigen Metern wurde vor zwei Jahren die Konkurrenzveranstaltung «Kunst findet Stadt» lanciert, als «hochwertiger Bio-Laden» neben dem «Kunst-Aldi». De facto wurde «eine Nullrunde» draus, wie Macher Roland Wittwer damals offen zugab. Geblieben ist ein Graben: Zwischen dem Kunst-Supermarkt und der hiesigen Kunstszene, die sich in Abgrenzung zur «Discountware» Meiers als Geburtsstätte der hochwertigen Kunst versteht, eine, die bei Meiers Preisschildern rot sieht. So gesehen wird zum Verräter, wer seine Kunst denn ebenfalls mit einem Preisschild versehen will.

Doch gerade der Preis ist es, der in jedem Fall eine wichtige Rolle einnimmt: Denn je länger, je weniger ist der interessierte Kunstkonsument bereit, hohe Preise zu berappen. «Was anderes ist uns zu teuer», hörte man beim Kunst-Supermarkt. An oft überrissenen und sich hochschaukelnden Preisvorstellungen an der kantonalen Jahresausstellung zeigt sich, was gemeint ist. Bei allem Respekt vor der Arbeit, die einem Kunstwerk zugrunde liegt: Kunst muss Kommunikation sein – und einem Publikum zugänglich. Kunst sollte deshalb auch einem breiten Anspruch gerecht werden. So gesehen kann man vom «Kunst-Aldi» durchaus was lernen . . .

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