Mitten im Vormittag, mitten in den Filmtagen und mitten in der Stadt: Solothurn erlebte einmal mehr einen Schreckensmoment zur «Prime time» – oder neudeutsch zur besten Sendezeit mit einem zumindest nationalen Publikum. Aus dem Von-Roll-Haus schiessen Flammenzungen, eine achtköpfige Familie steht kurz darauf ohne ihre Wohnung da. Doch die Stützpunktfeuerwehr Solothurn verhindert mit einem intelligent geführten Blitzeinsatz das Schlimmste. Kein Mensch kommt zu Schaden, das historisch wertvolle Altstadthaus mit relativ glimpflichen Schäden davon. Einmal mehr hat sich das Motto «Üben, üben, üben» ausbezahlt. Die Altstadt spielt dabei eine zentrale Rolle. Nirgends ist die Gefahr für einen Flächenbrand mit verheerenden Auswirkungen grösser. Bei den Bränden an der Hauptgasse im März 2011, jenem der ehemaligen Handelsbank am Stalden oder beim Landhausbrand 1955 stand der Feuerwehr auch das Glück des Tüchtigen in Form von idealen Windverhältnissen bei. Ansonsten hätte es weit schlimmer enden können.

Eine Belastung für Feuerwehren wie die Stützpunktfeuerwehr Solothurn wird immer unterschätzt: Sie löscht unter den Augen der Bevölkerung. Und darunter gibt es x Experten. Das war am Montag am Kronenplatz so, Ende März 2011 an einem schönen, belebten Nachmittag in der Hauptgasse ebenso wie beim Landhausbrand am frühen Abend. Noch heute geistert Kritik an der Feuerwehrarbeit vor fast 60 Jahren umher; auch 2011 taten sich etliche Besserwisser hervor. Grundlos. Die Feuerwehrleute machten wie am Montag einen Superjob. Und wir können dankbar sein, dass wir sie haben – rund um die Uhr.