Grüsse

Honolulu, die Stadt der Feste

Lange muss man nie ausharren, um Blumen, Hula und Surfer zu sehen.

Lange muss man nie ausharren, um Blumen, Hula und Surfer zu sehen.

Aloha! Kaum ein anderes Wort auf der Welt besitzt diese Macht: Man hört «aloha», und sofort erscheinen Strand und Sonnenschein vor dem geistigen Auge.

Hängematten, Hibiskusblüten und Ananasplantagen. Aber ganz so klischeehaft ist Hawaii natürlich nicht. Weder Hula-Tänzerinnen noch Blumenketten haben mich vor fünf Wochen am Flughafen von Honolulu erwartet (man kann das aber arrangieren, wenn man will). Zugegeben: Lange muss man hier nie ausharren, um Blumen, Hula und Surfer zu sehen, sollte einem danach dürsten. Ein abendlicher Abstecher nach Waikiki genügt. Aber eben, Honolulu ist eine Stadt, die mehr zu bieten hat als die Touristenmeile am Strand. Zwei Drittel der Einwohner von Hawaii leben in der Stadt (wobei die ganze Insel Oahu zu Honolulu gezählt wird). Es ist eine Stadt aus Holzhäusern und gläsernen Wolkenkratzern, aus Parks, in denen man sich zu Grillfesten, Yoga oder Tai-Chi trifft. Honolulu ist ein kultureller Schmelztiegel, in dem das traditionelle Essen (den Einwanderungsströmen entsprechend) eine wilde Mischung aus polynesischer, europäischer und asiatischer Küche ist – und die omnipräsente Ukulele ein Mitbringsel portugiesischer Einwanderer.

Ein Witzbold hat einmal behauptet, Honolulu liege, von Solothurn aus gesehen, genau auf der gegenüberliegenden Seite des Globus. Man sagt, das sei der Grund für die alljährliche Umbenennung der Barockstadt während der Fasnachtszeit. Ich habe inzwischen meine eigene Theorie, was die Verbindung zwischen Solothurn und Honolulu anbelangt. Uns Solothurnern wird nachgesagt, dass wir gerne feiern. Tja, in diesem Punkt stehen uns die Hawaiianer in nichts nach. Anfang März verzauberte das «Honolulu Festival» mit einer Parade von Tänzern und Musikern aus dem gesamten Pazifik die Stadt. Kurz darauf wurde St. Patrick’s Day gefeiert. Eine bunte Strassenparty mit irischer Volksmusik, Hawaiihemden, Kleeblattanhängern und grünen Hüten – und ja, es gibt tatsächlich Bier auf Hawaii.

Letzthin gedachte man am «Prince Kuhio Day» mit Hula und Gesang des letzten Prinzen von Hawaii. Nur vier Tage später fand das «Ola Ka Ha», ein Gratis-Open-Air mit den Stars der hawaiianischen Musikszene, beim Iolani Palast statt (der einzigen Königsresidenz in den USA). Und bald schon wird mit dem «Spam Jam» Hawaiis beliebtestes Fleisch aus der Dose zelebriert, und am «Mele Mei» soll es einen Monat lang Konzerte geben. Na, kommt Ihnen diese immerwährende Feierstimmung bekannt vor? Dann sind Sie entweder Solothurner – oder Hawaiianer.

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