Heikle politische Geschäfte wollen gut vorbereitet sein, sprich so aufgegleist werden, dass sie bei Bekanntwerden nicht gleich von allen Seiten ungespitzt in den Boden gerammt werden. Standorte von Asylunterkünften gehören in diese Kategorie. Nicht selten dringen bereits Überlegungen, die möglicherweise später gar nie ernsthaft in Erwägung gezogen werden, an die Öffentlichkeit, was auch schon mal zu Volksaufständen auf Vorrat geführt hat.

Das gestern publik gewordene Projekt Schachen ist ein gröberes Kaliber und hat dennoch keine Brüller auf den Plan gerufen. Zumindest nicht in ersten Reaktionen. Bei den Parteien überwiegen Wohlwollen und Verständnis.

Geschickt wurden vom federführenden Departement in vertraulichem Rahmen Fäden gezogen und Allianzen mit Betroffenen geschmiedet. Nicht selbstverständlich: Alle haben dichtgehalten. Und, was ist von den Plänen für das neue Asylzentrum wirklich zu halten? Man kann aus ihnen durchaus strategisches Denken herauslesen, denn selbst auf längere Sicht können wir das Thema nicht aussitzen. Zentralisieren ist auf jeden Fall effizienter als viele kleine Standorte zu betreiben (so man sie denn findet). Für die Lage spricht einiges, dagegen werden lediglich Spitzfindige etwas vorbringen können. Selbst der Stolperstein Finanzen ist nicht aus Granit: Mit dem Bund im Boot dürfte die Rechnung à la longue aufgehen.

Fazit: Der Kanton Solothurn muss seine Hausaufgaben so oder so machen. Sie offensiv anzugehen, schafft Spielraum – werden sie diktiert, drohen mit Sicherheit unbefriedigendere Lösungen.