Derweil Solothurn herbstferienmässig ruht, liefert Grenchen die eine oder andere muntere Schlagzeile. Wie meist nach einem Spiel sorgte der Uhrenstädter Fussballklub Nummer 1 für Gesprächsstoff. Die Zahl steht nicht für die Qualität der Elf, sondern für die Hoffnung, dass die Kicker beim Gegner zumindest EIN Tor unterbringen. Und was ist mit der Anzahl Bälle, welche der eigene Goalie jeweils aus seinem Kasten fischen muss? Es kommen immer einige zusammen. Für die Fussballinteressierten der Region jeweils das ultimative Wett-Thema vor jedem FCG-Match. Zuhanden der Nichtfussballer zumindest eine Grössenordnung: Es sind nicht gerade so viele Tore wie beim Basketball Punkte, es geht eher Richtung Handball-Resultate.

Seit Wochen gibt auch der Grenchner Flughafen zu reden, respektive dessen künftige Pistenlänge. Nur eines ist dabei sicher: Diese Auseinandersetzung wird die Gemüter noch länger bewegen. Die Leser der Donnerstagausgabe bewegt hat jedoch der andere Grenchner Flugplatz. Der auf dem Berg. Es gibt ihn zwar nicht mehr, aber von 1948 bis 1964 war dort ein spektakulärer Flugbetrieb zu beobachten. Eine faszinierende Retrospektive zu tollkühnen Kisten, die längst fliegen gelernt hatten, wenn auch in einem Fall mit dramatischen Folgen.

Das Potenzial, zu einem Drama auszuarten, hat ebenfalls die Renovation der Fassade des Hochhauses inmitten Grenchens. Was schön ist und was weniger, was schützenswert ist und was bedenkenlos saniert werden kann, allein darüber lässt sich genüsslich streiten. Dass sich nun zusätzlich die nicht direkt involvierte Architektengilde einmischt, befeuert die Diskussion zusätzlich. Bekanntlich sehen sich nicht wenige dieser Berufsleute gerne als Künstler am Bau, ein jeder reklamiert das Mass aller Dinge zu sein. Da es für diese Dinge allerdings selten einen gemeinsamen Nenner gibt, wird jemand Kompromisse eingehen müssen. Immerhin, für unsere Leserinnen und Leser ist klar: Die vorgeschlagene Fassade gefällt, das sagen rund 85 Prozent der Umfrage. Einer kommentiert provokativ: «Ein Hochhaus ist und bleibt immer hässlich.» Immerhin, eine schöne Debatte.

Die skurrilste Geschichte zum Schluss. Anonyme Zuschriften landen auf einer Redaktion … eben nicht in jedem Fall im Papierkorb. Zweimal hinschauen, kann manchmal nicht schaden. Wenn es um Grenchen geht, kommt zuweilen unter der Oberfläche etwas zum Vorschein. Aber leider nur manchmal, diesmal war dem nicht so. Wie auch immer: In Grenchen hat sich das politische Leben unter dem neuen Stadtpräsidenten deutlich beruhigt. Aufatmen da und dort. Dies scheint nun aber nicht ganz allen zu gefallen. Zumindest kann man den mysteriösen Kampfzettel gegen einen Gemeinderat in diese Richtung interpretieren. Er ist diese Woche in Grenchen herumgeboten worden (auch dieser Zeitung zugestellt) und hinterlässt, obwohl nicht im Ansatz zuzuordnen, letztlich mehr Antworten als Fragen.

Feststeht: Es wurde von einem Heckenschützen mit prall gefülltem Frustrucksack in Umlauf gebracht. Der Verfasser oder die Verfasserin hält die Empfänger für ziemlich blöd, wurden doch zu offensichtlich orthografische und grammatikalische Fehler eingebaut. Drittens, Zielscheibe ist ein umstrittener SVP-Mann. Dieser dürfte, bei nüchterner Betrachtung, kaum ein Interesse haben, sich selber in die Pfanne zu hauen. Damit bleibt tatsächlich als einzige offene Frage: Wer um Himmels willen bringt für einen derartigen Hafenkäse Energie auf? Der oder die Urheber bleiben im Dunkeln, zumal keine verwertbaren Fingerabdrücke und DNA-Spuren sichergestellt werden konnten. Sollte der Unruhestifter indes das Spiel weitertreiben, dürfte sich die Schlinge von selber zuziehen: Der Absender nimmt durch sein Verhaltensmuster und den verräterischen Inhalt irgendwann erkennbare Konturen an. Hat da jemand Feigling gesagt?