Die Sanierungskosten für den alten Bahntunnel wurden von der BLS mit 170 Millionen Franken derart hoch veranschlagt, dass damit wohl auch noch den letzten Bähnli-Fans endgültig der Verleider angehängt werden sollte.

Doch so schnell lassen die Solothurner «ihr» Bähnli nicht einmotten und aufs Abstellgleis stellen: Nicht weniger als 17 000 Menschen von diesseits und jenseits des Juras unterzeichneten eine Petition für den Erhalt der Bahn und auch die Kantone Solothurn und Bern unterstrichen deutlich ihr Interesse am Weiterbetrieb. Vor so klaren Signalen kann man offensichtlich nicht einmal im Bundesamt für Verkehr (BAV) die Augen verschliessen. Darauf jedenfalls setzt jetzt ein vorsichtig optimistischer Solothurner Baudirektor Roland Fürst nach Gesprächen mit den BAV-Spitzen.

Kann der Tunnel tatsächlich bis 2020 – und damit vorerst vier Jahre länger als vom BAV geplant – weitergenutzt werden, dann lässt sich so wertvolle Zeit gewinnen. Zeit für ein zweites Tunnelgutachten, das die Zahlen der BLS unvoreingenommen und kritisch unter die Lupe nimmt – obwohl sich die Bahn selber an der Erarbeitung beteiligt. Zeit aber auch, um positive Fakten zu schaffen: Mit einer deutlichen Steigerung der Passagierfrequenzen dank der neuen Weissenstein-Gondelbahn – aber auch mit dem Tatbeweis der Regionsbewohner, dass sie die Bahn nicht nur wortreich besingen, sondern auch fleissig nutzen.

Auch so dürfte allerdings ein betriebswirtschaftlich berauschender Kostendeckungsgrad nur schwerlich zu erreichen sein. Solothurner und Berner werden darum erst recht auch weiterhin entschlossen dafür kämpfen müssen, dass der Bund nicht bloss finanzielle, sondern auch staats- und verkehrspolitische Aspekte berücksichtigt.