Und mit Rappenspalten einen neuen Trend setzen, wer will das schon? Soll gar die Hauptperson selber zur Kasse gebeten werden? Nein – zumindest nicht im Normalfall. Doch dieser ist in Olten mittlerweile ausser Kraft gesetzt. Dort ist gegenwärtig so einiges nicht mehr, wie es auch schon war. Seit der Goldesel verschnupft ist, hustet die ganze Stadt. In guten Zeiten etwas auf die Seite legen, so wie es jeder vernünftige Privathaushalt im Hinblick auf schlechtere Tage zu tun pflegt, war in der Dreitannenstadt nicht opportun. Als Sündenbock bot sich der zurückgetretene Stadtpräsident Ernst Zingg gerade zu an.

Ironie der Geschichte: Ausgerechnet dieser Freisinnige krönt nun seine politische Laufbahn mit dem Amt des höchsten Solothurners. Womit wir wieder bei der eingangs gestellten Frage wären. Nun, wenig überraschend knausert die Sparstadt , derweil der umstrittene Sohn kurzerhand die Spendierhosen überzieht. Schlechtes Gewissen oder einfach ein geselliger Mann in Festlaune? Lassen wir das Grübeln. Eine elegante Lösung, ein geschickter Schachzug ist es auf jeden Fall.

Ernst Zingg wird ein Jahr lang nicht bloss als Repräsentant des Kantons auftreten, er nimmt diese Rolle gleichzeitig als Aushängschild von und für Olten wahr. Das kann er in Zukunft erhobenen Hauptes tun, zumindest wenn man versucht, ihm die Wahlfeier-Kosten vermanscht mit seiner Stapi-Vergangenheit um die Ohren zu schlagen.