Für Grenchner erscheint es wie symptomatisch: Wenn irgendwer irgendwo sparen muss oder eine Planung nicht aufgeht, kommt man offenbar zuerst auf die Idee, in Grenchen zu suchen. Und wird meistens auch fündig. Spital, Veranlagungsbehörde und jetzt auch noch die Schnellzugshalte. Ganz unter dem Motto: Den vifen Tüftlern in der Industriestadt wird ja schon etwas einfallen, um mit der Situation zurechtzukommen. So könnte es an Grenchner Stammtischen bald wieder beklagt werden.

Das ist natürlich krass überzeichnet und höchstens geeignet, die Uhrenstädter in Reflexe des Selbstmitleids zurückfallen zu lassen.

Völlige Entwarnung kann man dennoch nicht geben, auch wenn alle sagen, die Fahrplanentwürfe «ohne Halt in Grenchen» beträfen noch fernste Zukunft und man werde schon noch eine Lösung für das Problem finden. Fakt ist: Die SBB haben Mühe, den Taktfahrplan einzuhalten, suchen nach einem Ausweg und deklarieren das auch so. Das ist schon mal zu begrüssen, auch wenn es das Risiko einer Überreaktion des Publikums beinhaltet.

Eine solche findet keineswegs statt. In dieser Situation ist es für die Betroffenen nur gut, rechtzeitig Alarm zu schlagen. Der Kantonsingenieur hat richtig reagiert und deutliche Worte gebraucht, um den Autoren der Pläne klarzumachen, dass es so nicht geht. Denn niemand kann ganz ausschliessen, dass aus Sandkastenspielen ein Ernstfall werden kann, sollten für die Probleme keine oder nur sehr teure Lösungen gefunden werden. Dann gilt nämlich das alte Gesetz, dass der zu seinem Recht kommt, der sich am lautesten dafür wehrt.