Kommentar

Für die Shrimpsproduzenten heisst es durchhalten, auch ohne Erfolgsgarantie

Die Becken für die Shrimps.

Die Becken für die Shrimps.

Die seche Initianten der «Swiss Shrimp AG» investieren ihre Freizeit, um eine erfolgreiche Garnelen-Zucht in der Schweiz entstehen zu lassen. Ihr Wille zum Durchhalten – eben ohne Garantie auf Erfolg – verdient Respekt.

Zugegeben. Es gibt sinnvollere und wichtigere Tätigkeitsfelder für Jungunternehmer. Die Zucht von fangfrischen Crevetten im Binnenland Schweiz als Geschäftsmodell gehört wohl nicht dazu. Wenn keine Swissmade-Shrimps auf dem Schweizer Teller landen, dann geht die Welt nicht unter. Auch die Dringlichkeit ist nicht gegeben. Der jährliche Import von rund 8200 Tonnen gefrorenen Crevetten entspricht einem Konsum von einem Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Zum Vergleich: Wir essen jährlich 52 Kilo Fleisch oder dieselbe Menge wie Shrimps, aber wöchentlich.

Und doch gibt es eine Nachfrage nach dem exotischen Tier. Der alles umspannende Welthandel machts möglich. Wir können alles essen, was irgendwo auf dieser Welt gedeiht und produziert wird. Vielfach unbekannt, unter welchen Bedingungen. Dieses latente und stetig wachsende Unbehagen bei Konsumenten greift das Team der Swiss Shrimp AG auf. Wenn schon Garnelen in der Schweiz nachgefragt werden, warum diese nicht hierzulande unter möglichst ökologischen Bedingungen züchten?

Dieser Ansatz kann durchaus als Business Case dienen. Aber entscheidender ist der Einsatz der Macher, ihre Einstellung dahinter. Seit mehreren Jahren verfolgen die sechs Initianten konsequent ein Ziel. Neben ihrem normalen Arbeitsalltag investieren sie seit langem Stunden für Stunden in der Freizeit, um die Idee in die Realität umzusetzen. Ob aus dem Pilotprojekt je eine erfolgreiche Garnelen-Zucht entsteht, ist eigentlich zweitrangig. Allein der Wille zum Durchhalten – eben ohne Garantie auf Erfolg – verdient Respekt.

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