Alles in allem eine stolze Leistung, in einer oftmals überdrehten und entsprechend kurzlebigen Zeit.

Das Erfolgsrezept ist einfach: Solothurn hat auf finanzielle Kapriolen verzichtet, ist dem Grundkonzept treu geblieben und hat sich Entwicklungen gegenüber nicht verschlossen. An Kritikern und Besserwissern hat es in all den Jahren jedoch nie gefehlt. Geschnitzt sind sie meist aus einfachem Holz: In Locarno, Cannes oder sonst wo durften diese Kosmopoliten wesentlich parfümiertere Filmluft schnuppern, was zur Folge hat, dass der provinzielle Stallgeruch am Aarestrand ihre Nase bei jeder Gelegenheit irritiert. Es ist löblich, dass sich die Solothurner Verantwortlichen nicht jede gestelzte Zuckung zu Herzen genommen haben, sonst wären sie in ein Hüscht und Hott verfallen, das keine fünfzig Jahre überdauert hätte. Die jüngeren Austragungen haben weiter gezeigt, dass Schwachstellen nicht einfach unter den Teppich gekehrt oder gar als charmante Pluspunkte des Authentischen verkauft werden.

Show und Glamour aus allen Gesellschaftsbereichen werden uns täglich bis zum Abwinken vorgesetzt. Von derartigen Veranstaltungen soll sich die ambitiöse Werkschau des Schweizer Filmschaffens im Mittelland abheben. Mehr Sein als Schein hat eben auch seinen Reiz, dem die Besucher immer wieder gerne erliegen. Die Mehrjährigen ohnehin. Und wenn sich selbst jüngere Schüler geradezu darum reissen, mit der Klasse einen Streifen sehen zu dürfen, muss man sich um die nächsten 50 Jahre Filmtage kaum Sorgen machen.

Eine zu banale, lokalpatriotische Sichtweise? Von wegen. Ganz einfach der Tenor von allen, die den Januar-Alltag während der Filmtage etwas beiseite-schieben, um sich in faszinierende Geschichten hineinziehen zu lassen.

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