Autobiografie

Einsiedlerin wünscht mehr Respekt vor Lebensweise

Schwester Benedikta stellte am Montag im Buchhaus Lüthi ihr Buch «Licht auf meinem Pfad» vor.

Schwester Benedikta stellte am Montag im Buchhaus Lüthi ihr Buch «Licht auf meinem Pfad» vor.

Schwester Benedikta und ihr schwieriger Spagat zwischen Einsamkeit und Medienrummel.

Die inzwischen schweizweit bekannte Einsiedlerin von Solothurn, Schwester Benedikta, hat nun noch, nach Medienauftritten auf allen Kanälen, ein Buch über ihr Leben geschrieben respektive schreiben lassen. Bei Orell Füssli kam ihr Buch neben so publikumswirksamen Erscheinungen wie einer über Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt oder Schönheitschirurg Werner Mang heraus. Eine Buchvernissage ging beim Solothurner Buchhaus Lüthy am Montag über die Bühne.

Ein aussergewöhnliches Leben ist es ja schon, welches uns Schwester Benedikta präsentiert. Einerseits beschreibt sie in ihrem Buch ihren langen Leidensweg von der ungeliebten, unangepassten Tochter und ehemaligen Ehefrau und Mutter zur Einsiedlerin. Das Gebet, die selbstauferlegte Stille, das Ausleben ihrer Spiritualität und ihres Glaubens, ein Leben in Entbehrung und Armut – das habe sie sich immer gewünscht. Andererseits wird sie gerade damit zum umschwärmten Medienstar, zum Unikum, zum Liebling der Boulevardpresse.

Ein Spagat, der von ihr in ihrem Buch detailreich beschrieben wird. Vielleicht soll mit diesem Buch der Sensationshunger vieler befriedigt werden, denn gleichzeitig fordert sie mehr Respekt vor ihrer Lebensweise. Sie sei als Einsiedlerin gewählt worden, um die Besucher hier willkommen zu heissen, schreibt sie resümierend: «Aber sie sind und bleiben Gäste und ich wünsche mir, dass sie dem Ort und der Einsiedlerin auch mit entsprechendem Respekt begegnen.» Sollte das ein frommer Wunsch bleiben? Sogar ihr grosses Vorbild, Bruder Klaus, wurde täglich vor über 500 Jahren in seiner Klause von Leuten bestürmt.

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