Wir recherchierten zu diesem Thema und erhielten breitwillig Auskunft: egal ob in Grenchen, Olten, in Zuchwil oder auch in anderen Gemeinden.

Anders in Solothurn. Der Hintergrund: Im Schulhaus Fegetz, wo Kinder aus dem privilegierten Steingrubenquartier zur Schule gehen, wurden Ende November drei Flüchtlingskinder aufgenommen. Wir wollten für die Recherchen diese Schule besuchen. Uns interessierte, wie eine Schule ohne Erfahrung mit Flüchtlingskindern damit umgeht. Denn andere Schulen müssen sich wohl oder übel künftig auch dieser Herausforderung stellen.

Ein Schulbesuch war aber nicht möglich. Die Begründung: Sie hätten noch zu wenig Erfahrung mit Flüchtlingen. Gut, die Schule muss ihre Tore nicht öffnen, wenn sie nicht will. Es ist aber eine verpasste Chance, sich in einem guten Licht zu präsentieren. Nämlich zu zeigen, dass die Schule sich bemüht, Flüchtlinge zu integrieren.

Das eigentliche Problem aber liegt woanders. Und zwar in der Kommunikation: Möchte man bei der Solothurner Schuldirektion etwas zum Umgang mit Flüchtlingskindern erfahren, beisst man auf Granit – und das bei einem wichtigen Thema, das derzeit die Öffentlichkeit durchaus interessiert. Das ist erstaunlich, zumal die Fragen nicht etwa komplex waren. Nämlich, wie viele Flüchtlingskinder in der Stadt den Unterricht besuchen und wie die Schulen damit umgehen. Es gäbe nur die drei Kinder im Fegetz, lautete die Antwort. Darauf beharrte, die Schuldirektorin, auch bei zweimaligem Nachhaken. Mehr dazu wollte sie nicht sagen. Man solle sich an die sozialen Dienste wenden. Dort erfuhren wir: Es sind zwölf Kinder.

Es ist kein professionelles Bild, das die Schuldirektion damit abgibt. Eine der Hauptaufgaben der Direktion ist es, die Schule nach aussen zu vertreten. Diese Aufgabe wird offensichtlich nicht erfüllt, wenn Journalisten, auch in anderen Fällen, kaum und nur widerwillig Auskunft erhalten. Blamabel aber ist es, wenn die spärliche Information dann noch offensichtlich falsch ist. Allerdings: Solange die Lehrer besser unterrichten, als die Direktorin kommuniziert, ist es nur halb so schlimm.

bastian.heiniger@azmedien.ch