Den St.-Ursen-Brandstifter freizulassen, schien jedem, der vergangene Woche am Prozess teilnahm, abwegig. Laut Gutachterin ist es nur eine Frage der Zeit, bis Andres Z. wieder rückfällig wird. Die Verhandlung zeigte deutlich, wie sehr der 66-Jährige noch immer seinen abstrusen Gedanken nachhängt, die ihn 2011 dazu brachten, in der Solothurner St.-Ursen-Kathedrale Feuer zu legen.

Z. antwortete nie auf die Fragen des Richters, sondern steuerte die Antworten immer in seine eigene Welt. Auch eine Therapie taugt als Alternative zur Verwahrung nicht, so sehr sich das Gericht auch Mühe gab, diese zu finden: Andres Z. liess sich bisher schlicht nicht therapieren.

Obwohl die Verwahrung plausibel erscheint, bleiben für Beobachter Fragen offen. Als Z. 2009 versucht hatte, in Olten einen Zug zum Entgleisen zu bringen, wollten die Strafverfolger nicht einmal einen Prozess. Die Staatsanwaltschaft verurteilte Z. per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe. Doch genau dieser Vorfall diente dem Gericht gestern dazu, eine Verwahrung zu begründen: Wer einen Zug entgleisen lassen wolle, der nehme in Kauf, dass Personen geschädigt würden, sagte Gerichtspräsident Yves Derendinger, der sein Urteil auf diese Tat in Olten abstützen musste.

Denn die Verwahrung ist nur zulässig, wenn der Täter die «physische, psychische oder sexuelle Integrität einer andern Person schwer beeinträchtigt hat oder beeinträchtigen wollte». Doch das war in den zuvor verhängten Strafen offenbar nie Teil des Urteils. Zwischen der Verwahrung als quasi härtester Strafe im Gesetzesbuch und einer bedingten Geldstrafe klafft eine Lücke, die nur schwer nachvollziehbar ist.