Sinfonieorchester

Eine Entscheidung, die nicht nur Biel betrifft

Die Weiterexistenz des Sinfonie Orchesters Biel Tobs ist gefärdet

Die Weiterexistenz des Sinfonie Orchesters Biel Tobs ist gefärdet

Bei den Bieler Plänen zur Auflösung des Sinfonieorchesters hat auch die Stadt Solothurn ein Wort mitzureden.

Wer zahlt, befiehlt. Der Grundsatz gilt auch, wenn mehrere Geldgeber ein gemeinsames Unterfangen stützen. Zum Beispiel das Sinfonieorchester des Theater Orchester Biel Solothurn. Es wird getragen von zwei Städten, zwei Kantonen sowie der regionalen Kulturkonferenz Biel. Nun denken die Bieler, die sich zurzeit mit schmerzhaften Budgetmassnahmen herumschlagen müssen, laut darüber nach, dem Orchester den Geldhahn zuzudrehen und durch eine Projektlösung «auf Anfrage» abzulösen. Diese «Light-Variante» komme ihrer Vorstellung zufolge günstiger zu stehen als ein fest engagiertes Orchester.

Umgekehrt nagt Solothurn im Moment nicht am Hungertuch: Die Stadt darf mit ihrer ausgezeichneten Finanzlage trotzdem oder eben genau deshalb nicht darüber urteilen, wie die Bieler ihre Probleme lösen sollen. Geht es aber ums Sinfonieorchester, so muss an dessen Wegscheide doch ein gemeinschaftlich gefällter Entschluss stehen. Es ist deshalb anmassend, wenn der Bieler Gemeinderat schon mit dem Rotstift herumfuchtelt – bevor er proaktiv mit den anderen Trägerpartnern erörtert, was mit dem Gemeinschaftsprojekt Sinfonieorchester geschehen könnte.

Dass Solothurn in die Verhandlungen einbezogen werde, sobald das Thema in Biel spruchreif ist, reicht allemal nicht. Und so hat die lasche Bieler Informationspolitik – die von Kurt Fluri gütigerweise als «Panne» verziehen wird – bis dato verhindert, dass der nötige Diskurs um das Pro und Kontra eines fixen Sinfonieorchesters auch hier früh genug ins Rollen kommt – so wie er in Biel schon lange und hitzig im Gange ist.

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