Kommentar

Ein unvorhersehbarer und trauriger Schritt

Ein Bild aus früheren Zeiten: Tausende von Zuschauern verfolgen ein Spiel am Uhrencup im Stadion Grenchen. Archiv

Ein Bild aus früheren Zeiten: Tausende von Zuschauern verfolgen ein Spiel am Uhrencup im Stadion Grenchen. Archiv

Die Uhrencup & Event GmbH schmeisst das Handtuch - schuld daran ist nicht nur der FC Grenchen.

Die Uhrencup-Verantwortlichen haben das Handtuch geworfen – nicht zum ersten Mal, aber nun doch endgültig. Schuld daran seien unter anderem «Personen im Dunstkreis des darbenden FC Grenchen», heisst es.

Sicherlich: Es wurde zu viel Geschirr zerschlagen, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn seien wir ehrlich: Ein Turnier der Grösse eines Uhrencups auszurichten, erfordert nicht nur gute Organisatoren und
interessante Mannschaften, die ein grosses, zahlendes Publikum und genügend Werbeeinnahmen generieren. Es braucht auch eine funktionierende Infrastruktur, mit der die Randerscheinungen des modernen Fussballs – Hooligans und Randalierer – bewältigt werden können.

Wollte man das Stadion Brühl entsprechend ausbauen, müsste die Stadt einen hohen sechsstelligen Betrag aufwerfen. Immense Mittel, die die Stadt nicht hat und die auch nicht wirklich Sinn machen. Der Erst- (und vielleicht schon bald Zweit- oder Dritt-)ligist FC Grenchen braucht ein solches Stadion nicht. Der FCG braucht erst einmal einen Ausweg aus einer ohnehin ziemlich ausweglosen Situation. In der neuen Velostadt Grenchen wird Fussball in absehbarer Zeit nicht mehr den Stellenwert erreichen, den er in den glorreichen Zeiten des FC Grenchen hatte. Schon die Kunstrasen-Abstimmung hat gezeigt, dass der Rückhalt in der Bevölkerung mehrheitlich fehlt.

Die Marke «Uhrencup» bleibt bestehen.

Sascha Ruefer wird garantiert wieder einen Uhrencup auf die Beine stellen. Und wahrscheinlich wird Biel mit der Tissot Arena zum Handkuss kommen. Traurig zwar für Grenchen, aber irgendwie absehbar und keineswegs überraschend.

oliver.menge@azmedien.ch

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