Diese vier Partner bilden im Kantonsrat eine gemeinsame Fraktion.

Es verwundert deshalb, dass die GLP bis wenige Tage vor Torschluss zugewartet hat, um dann doch das Naheliegende zu verkünden. Offensichtlich betrachtet die zentrale Parteiführung der GLP Schweiz ihre eigenen Kantonalparteien als Manövriermasse, deren Wählerstimmen sie bei Nationalratswahlen beliebig an irgendwelche Partner «vermieten» kann. Unschön!

Gestiegen sind mit dem Entscheid die Wiederwahlchancen der bisherigen CVP-Nationalräte Stefan Müller und Urs Schläfli. Legt man nämlich die Wähleranteile von 2011 zugrunde, wäre das Mitte-Päckli von CVP, EVP, GLP und BDP klar die grösste Listengruppe. An zweiter Stelle käme das Bündnis von SP und Grünen, erst an dritter Stelle die SVP und an vierter die FDP. Wahlverliererin im Kanton Solothurn wäre damit die SVP, die einen Sitz abgeben müsste und wie die FDP nur noch einen Vertreter im Nationalrat hätte.

Doch 2015 ist nicht 2011. So scheint es eher unwahrscheinlich, dass die drei Juniorpartner der CVP zusammen nochmals fast 11 Prozent der Stimmen machen werden wie damals. Der Reiz des Neuen bei GLP und BDP ist verflogen, in unsicheren Zeiten geht der Trend oft zurück zu traditionellen Parteien. Das Solothurner Nationalratsrennen dürfte knapp ausgehen, aber die CVP muss seit gestern etwas weniger zittern.