Boden ist kostbar. Jahrzehnte, ja Jahrhunderte lang hat man Land mühevoll kultiviert. Hat Wälder abgeholzt und Sümpfe trocken gelegt. Im Zweiten Weltkrieg wurde jedes Fleckchen Boden dazu genützt, Lebensmittel anzupflanzen. Heute geht der Trend in die andere Richtung. Die Landwirtschaft ist dazu angehalten, ökologisch zu produzieren. Die Modeworte heissen extensiv und naturnah. Flächen werden rekultiviert. Bäche renaturiert. Gleichzeitig wird immer mehr Land verbaut. Der Mensch und seine Bauwerke drängen in die Landschaft.

Zwischen diesen Extremen bewegen sich die Landwirte. Ihre Zahl nimmt stetig ab. Viele kämpfen um ihre Existenz. Müssen mindestens zum Teil einem zweiten Erwerb nachgehen. Doch gerade im Wasseramt gibt es nach wie vor recht viele stattliche Höfe. Die Landwirte sind stolz auf ihre Betriebe. Die meisten nutzen ihren Boden intensiv und setzen auf Produktivität.

Intensive Landwirtschaft kann man nur betreiben, wo die Böden gut sind. Nasse Böden erschweren den Bauern die Arbeit. Darum sollen in Bolken die Drainagen saniert werden. Nun blockiert eine Einsprache den Baustart. Pro Natura wehrt sich und möchte am liebsten, dass ein Teil des Gemeindegebietes wieder zu Moor und der Landwirtschaft als Ackerland entzogen wird.

Was ist richtig? Tatsache ist, dass beide Seiten Recht haben. Sowohl Landwirte als auch Pro Natura werden zudem durch Gesetze und Verordnungen in ihrer Ansicht gestützt. Enden wird es wohl echt schweizerisch: In einem Kompromiss in dem beide Seiten geben und nehmen.