Das ist nicht ungewöhnlich. Firmen, ob klein oder gross, ob traditionsreich oder jung, schaffen Arbeitsplätze – und streichen Stellen. Letzteres ist das Risiko, welches jeder Unternehmer und jede Unternehmerin eingehen muss.

Die Zukunft bleibt immer ungewiss und eine Geschäftsidee ist nie auf immer und ewig erfolgversprechend. Ohne Menschen, die es eben wagen, eine Idee wirtschaftlich umzusetzen, würde es gar keine neuen Arbeitsplätze mehr geben.

Den von einem Stellenabbau Betroffenen nützt diese Einsicht wenig. Plakativ gesagt, müssen sie letztlich die Folgen des Risikos ausbaden. Sie verlieren trotz Einsatz und Engagement am Arbeitsplatz ihren Job, ihr Einkommen. Auf einen Schlag ist im Leben der Betroffenen alles anders.

Das ist in jedem Fall hart, aber Entlassung ist nicht gleich Entlassung. Das bekommen nun die Angestellten der Müller AG in Balsthal zu spüren. Knall auf Fall meldete der Firmenbesitzer den Konkurs an. Für die Betroffenen ist damit der schlimmste aller schlimmen Fälle eingetroffen. Kein Geld für einen Sozialplan, ab sofort kein Lohn mehr, keine Vorbereitungszeit für die Jobsuche; sie wurden auf die kalte Strasse gestellt.

Zwar sind die genauen Gründe für das Ende von aussen nicht zu eruieren. Die Frage sei aber erlaubt. Wie kann ein Unternehmen, welches viele, viele Jahre erfolgreich operierte, in einem solchen Schlamassel enden? Es ist Pflicht eines jeden Unternehmers, auch in turbulenten Phasen vorausschauend immer auch das Wohl der Mitarbeitenden im Auge zu behalten. Und nicht nur in Schönwetterphasen, wenn die Mitarbeitenden jeweils als das wichtigste Kapital der Firma bezeichnet werden.

@ franz.schaible@azmedien.ch