577 Stimmberechtigte haben die Gemeindeversammlung in Zuchwil zu einem Polit-Spektakel gemacht. Mehr als die Hälfte von ihnen ging frustriert nach Hause. Das ist schade. Teilweise mit zu verantworten hat dies die Führung der Gegnerschaft des «Widi»-Verkaufs. Mit ihrer Forderung auf Nichteintreten konnte gar nicht über die Entwicklung des Sulzer -Areals sowie den Verkauf des «Widi» diskutiert werden. Die Gegner kamen mit einer vorgefassten Meinung. Kaum hatten sie die Mehrheit für Nichteintreten erhalten, verliessen einige den Anlass. Um den Sieg zu feiern? Zu früh. Die demokratischen Spielregeln einer Gemeindeversammlung lassen ein Rückkommen auf ein Geschäft zu.

Die dezimierte Gemeindeversammlung hat aus Fairnessgründen gegenüber den bereits Entschwundenen das Geschäft an den Gemeinderat zurückgewiesen. Die Frage ist, lassen sich die Gegner einbinden? Entspricht ihre Beteuerung, dass sie ebenfalls eine Entwicklung des Areals wollen, der Wahrheit. Oder ist es nur ein Lippenbekenntnis, damit sie weiterhin auf der «Widi» den Frieden haben und eine ruhige Ecke für ihr Grillfest?

Der Investor macht einen Schritt vorwärts. Er prüft die Entwicklung des Areals inklusive Widi auf eigenes Risiko. Das ist ein kühner und Vertrauen bildender Schritt. Die Zuchwiler erhalten weitere Grundlagen zur Frage, ob sie das Widi hergeben wollen oder nicht.

Doch machen wir uns nichts vor: Auch in einem halben Jahr werden nicht sämtliche offenen Fragen abschliessend beantwortet werden können. Der aktuelle Entscheid hat eine sich aufdrängende Entwicklung bloss hinausgezögert.

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