Voller Hoffnung sind sie angetreten zur Castingshow der grössten Schweizer Talente im Schweizer Fernsehen. Nach den ersten geschafften Hürden steigt die Hoffnung weiter an, bald wirklich zu den «Grössten» zu gehören. Aber dann kommt der Halbfinal, so wie am letzten Samstagabend. Jetzt gilts ernst. Die Jury mit Gilbert Gress, Sven Epiney, Christa Rigozzi und DJ Bobo setzt die Messlatte höher an. Sollte sie jedenfalls.

Doch der Grossteil der Jury bleibt zahm, findet die Darbietungen noch immer toll. Warum nur? Toll mag zutreffen, wenn der Auftritt im Familienkreis, vielleicht auch auf der Dorfbühne stattfindet. DJ Bobo siehts anders und sagt zu Kenneth Gerber: «Die ganze Nation schaut zu und du machst irgendeine Version von einem Song, den du nicht fähig bist zu singen. Ich bin entsetzt und geschockt über die Performance.»

Potzdonnerwetter, jetzt prasselt von allen Seiten Kritik auf DJ Bobo ein, sogar von Jury-Kollegin Christa Rigozzi. Mir scheint, die Frau und mit ihr alle anderen Leute, die mit Worten auf DJ Bobo einprügeln, haben nicht verstanden, worum es bei der Sendung geht. Diese heisst: «Die grössten Talente». Will heissen, hier sollen Fähigkeiten entdeckt werden, bei denen es sich lohnt, sie weiterzuentwickeln. DJ Bobo hat nicht behauptet, der junge Mann habe kein Talent. Sondern er wies ihn klar darauf hin, dass er mit dem Gebotenen nicht überzeugt hat. Das ist ein grosser Unterschied. Für alle jene, die bei der Show nicht weitergekommen sind, kann die Teilnahme trotzdem ein Gewinn sein, wenn die Erkenntnis daraus lautet: Weitermachen, weitermachen, weitermachen ...