Seit Jahren erlebe ich mit, wie Fasnachtsanlässe in der Region verschwinden. In Gerlafingen – vor 20 Jahren noch eine Fasnachtshochburg – gibt es gar keine Dorffasnacht mehr. Die weit über die Region hinaus bekannten Maskenbälle in Deitingen – Makulatur. Dafür gibt es neue Anlässe: Beispielsweise die Chessler-Night in Subingen, die vor allem Jugendliche anzieht und aus der fasnächtlichen Agenda nicht mehr wegzudenken ist. Leben ist Veränderung. Traditionelle Anlässe müssen nicht auf Biegen und Brechen aufrechterhalten werden, wenn sie keinem Bedürfnis mehr entsprechen. Neues soll und darf sich etablieren.

Schade ist nur, dass sich das Fasnachtsgeschehen immer mehr auf die Stadt Solothurn konzentriert. Wieso zieht es so viele in die Stadt? Feiern die Jugendlichen lieber dort, wo sie sich weniger beobachtet fühlen? Ist es in der Stadt einfacher, sich mit den Kollegen zu treffen? Sind die Partys in Solothurn tatsächlich so viel besser, grösser oder einfach nur lauter als die Anlässe im Dorf?

Tatsächlich wurde die Dorffasnacht schon oft totgesagt. Aber wie heisst es so schön? Totgesagte leben länger. Und so wünsche ich allen, die sich für eine kränkelnde Dorffasnacht engagieren, Durchhaltewillen, kreative Ideen, eine wunderbare Fasnachtszeit, damit verbunden viele fröhliche Begegnungen und vor allem – ganz viele Zuschauer. Denn aus Zuschauern könnten später einmal aktive Fasnächtler werden, die das Fasnachtsvirus weiterverbreiten.