An einer Gemeindeversammlung nicht auf ein Geschäft einzutreten, ist eine denkbar schlechte Variante. Wenn die Diskussion fehlt, dann fehlt auch die Erklärung, wieso etwas abgelehnt wird. Die Stimmberechtigten in Feldbrunnen-St. Niklaus haben mit dem Nicht-Eintreten aber eines getan: Sie haben ein unmissverständliches Zeichen gesetzt. Sie sind mit der Richtung, die der Gemeinderat im räumlichen Leitbild einschlägt, und dem weiteren starken Wachstum der Gemeinde, nicht einverstanden.

Das Fass zum Überlaufen brachte offensichtlich die angedachte Umzonung der Sportwiese beim Schulhaus. Ob dies der einzige Grund für die Ablehnung ist, sei dahingestellt. Auch am Dienstagabend waren unterschwellig alte Konflikte zu spüren. Mitten drin steht Rolf Studer, der ehemalige Gemeindepräsident. Ihm wird immer wieder vorgeworfen, er ziehe im Hintergrund noch die Fäden.

Der Gemeinderat hat nun die schwierige Aufgabe, den Scherbenhaufen zusammenzukehren und alles wieder zu einem Ganzen zu kitten. Vielleicht wäre es aber auch an der Zeit, die Scherben Scherben sein zu lassen und mit neuer Kraft und mit neuen Leuten einen echten Neuanfang zu wagen. Ansonsten besteht das Risiko, dass ein nur halbbatzig überarbeitetes Leitbild nochmals verworfen wird.