Über die 2. Säule lässt sich unentwegt streiten. Mal geht es um den Umwandlungssatz, die Höhe der Verzinsung oder den Kapitalbezug. Das erstaunt nicht weiter, es geht um viel Geld. Durch dieses Zwangssparen ist eine Gesamtsumme von mehreren hundert Milliarden Franken zusammengekommen. Dennoch, wenn alles rund läuft, interessieren sich Arbeitnehmer kaum um die Sozialwerke. Für den Grossteil ist das Pensionierungsalter zu weit weg. Kommt hinzu, das ganze Konstrukt ist vielen zu technisch, zu kompliziert.

Und weil es sich dabei um eine Generationen überdauernde Absicherung handelt, interessierte sich auch im Kanton Solothurn zu lange niemand darum, ob die Rechnung ausgeglichen ist. Anders bei Sammelstiftungen und autonomen Pensionskassen von Privatfirmen, denen klopft die zuständige Stiftungsaufsicht bereits bei geringfügigen Unterdeckungen, zum Beispiel durch kurzfristige Aktienverluste, gehörig auf die Finger.

Dass dieses Wochenende über die schmerzhafte Sanierung der Solothurner Pensionskasse (PKSO) abgestimmt werden musste, geht auf den Bund zurück – das Riesenloch hat jedoch der Kanton zu verantworten. Der Unmut in breiten Kreisen der Bevölkerung, die nicht zu den Destinatären zählen, war im Vorfeld eklatant. Als zu grosszügig werden die Leistungen der PKSO eingestuft. Diese Ausgangslage kommt im Abstimmungsresultat unmissverständlich zum Ausdruck: Knapp 72% wollen nicht, dass die Gemeinden in die Ausfinanzierung einbezogen werden, und immerhin 41 Prozent lehnen die vorgeschlagene Sanierung generell ab.

Dass sich unter dem Strich doch eine Mehrheit für die Beseitigung der Altlasten zulasten des Kantons durchgesetzt hat, geht in Ordnung. Damit wird eine Grundlage geschaffen, die Desaster des herrschenden Ausmasses künftig verhindern hilft. Weitere negative Überraschungen sind damit jedoch nicht gänzlich vom Tisch. Zwei weitere Forderungen stehen im Raum: Sowohl das Vorsorgereglement als auch die Zusammensetzung des PKSO-Stiftungsrats muss kritisch hinterfragt werden. Beides sind Mosaiksteine, die letztlich wesentlichen Einfluss auf den Deckungsgrad haben.