So aber wird der Klub auf der ewigen Jagd des Homo Sapiens nach dem Aussergewöhnlichen für die alltägliche Welt plötzlich voll bühnengerecht.

Eigentlich schon schräg – da kriegst Du reihenweise doppelkrass auf die Hucke, bist irgendwo zwischen Bohrloch und Hölle klassiert, hast einen endmadig-schlechten Effizienz-Quotienten, entlässt nach einem 0:10-Tiefseetauchgang nicht den Trainer, sondern gleich elf Spieler und schon schaffst du es in die nationale, ja internationale Presse. So passierts derzeit dem FC Grenchen. In England, Frankreich und Italien ist man schon auf das bisweilen ziemlich verplant anmutende Tun der Solothurner aufmerksam geworden. Was Bella Italia betrifft, ist der entsprechende Artikel nicht in irgendeinem Gorgonzola-Blatt oder einem Tiramisu-Heftli erschienen, sondern in der renommierten „Gazzetta dello Sport. Die auf zartrosa gedruckte Sportzeitung ist mit einer durchschnittlichen Auflage von 630 000 die grösste im Land.

Wenn die „Gazzetta dello Sport“ aufspringt, ist beileibe nicht auszuschliessen, dass weitere internationale Big-Player der Sportjournaille mal nachgooglen werden, wo zum Geier in der Savanne dieses Grenchen denn eigentlich liegt. Im Prinzip sollte man sich dies beim FCG blitzartig zunutze machen und unverzüglich mit potenziellen Sponsoren verhandeln. Irgendwelche Uhrenmarken werden sich doch für die Uhrenstädter finden, um das Dress voll zu tapezieren. Zeitmesser wären erst noch stimmig – schliesslich kennen wir alle gute und schlechten Zeiten…  Hey, ey, ey… - da wollte man beim FCG mal ins Casino, um Hallo zu sagen, und nun haut man per excusé den Jackpot raus.

Als Italien 2006 Fussball-Weltmeister wurde, hat die „Gazzetta dello Sport“ 2,3 Millionen Zeitungen gedruckt. Wer weiss, vielleicht wird dieser Rekord bald getoppt, wenn man beim FC Grenchen nach dem nächsten 0:10 die nächsten elf Spieler per Occasion-Shuttle auf den Mond schiesst.