Die Gemeinde hat einen Ausländeranteil von rund 14 Prozent. Das ist im Bucheggberg ein hoher Wert. Die Hauptgruppe kommt aus Deutschland, darunter viele Anhänger der Kirschblütengemeinschaft. Die geplante Überbauung Mühlegarten, die durch das Leitbild nun verunmöglicht wird, betrifft sie direkt. Dass sie an der rechtlichen Ordnung, in der sie sich befinden, mitwirken, aber nicht mitbestimmen können, mag demokratiepolitisch problematisch sein. Trotzdem gilt es, den Mehrheitsentscheid zu akzeptieren.

Bedenklich deshalb das Signal, das die Bewegung an der Gemeindeversammlung ausgesendet hat. Gesten sind wichtig für das Zusammenleben. Es ist zu begrüssen, dass die (Schweizer) Kirschblütler um ihren Leiter Samuel Widmer an Gemeindeversammlungen teilnehmen. Dass sie sich aber unmittelbar nach der politischen Niederlage kollektiv davonmachten, zeugt von einem seltsamen Demokratieverständnis.

Andererseits muss der Gemeinderat aufpassen, dass er die Grundsätze von Treu und Glauben nicht weiter ritzt. Sonst brechen die Gräben, die an Gemeindeversammlungen offen zutage treten, weiter auf. Das zeigen Stellungnahmen von Nicht-Mitgliedern, die sich mit der Gemeinschaft solidarisieren. Vor der Fusion hatte der Gemeinderat Versprechungen zum Mühlegarten abgegeben. Diese werden durch das Leitbild nun gebrochen. Wenn sich Bürger nicht darauf verlassen können, was die Behörde ihnen sagt, leidet die Rechtssicherheit. Das führt zu einem Verlust an Vertrauen, auf dem unsere Demokratie basiert.