Aus dem kraftvollen Fünfzylinder-Boliden Top 5 wird ein tuckernder, zweizylindriger Döschwo. Zu diesem Schluss kommt, wer die Resultate aus den fünf an der Fusion beteiligten Gemeinderäten zusammenfasst. Die Legislativen aus Solothurn und Biberist geben Gas und wollen fusionieren, Luterbach und Zuchwil stehen auf die Bremse (wollen aber zumindest die Bevölkerung abstimmen lassen), und in Derendingen scheint der Treibstoff vorzeitig auszugehen. Die Fusion hat nach der Abstimmungsrunde Antrieb verloren. Das Ziel ist nun weiter entfernt, aber nicht ausser Sicht. Trotz des übrig gebliebenen Zweigespanns Solothurn und Biberist ist Top 5 (noch) nicht zur lahmen Ente geworden.

In der breiten Bevölkerung wird über das Thema diskutiert. Das zeigen die gut besuchten Veranstaltungen. In Biberist war der Tenor am Podium durchaus fusionsfreundlich. Das ist zwar keine Garantie für ein Ja an der Urne, aber es zeigt eine Tendenz auf. Es ist überdies plausibel, dass dort, wo die Zustimmung am deutlichsten ist, sich auch der erbittertste Widerstand regt. In Biberist sitzen die glühendsten Befürworter und die energischsten Gegner im Gemeinderat. Auch in Solothurn gehen die Meinungen stark auseinander. Die Entscheide aus den Gemeinderäten waren schliesslich deutlich: Satte Zweidrittelsmehrheiten wollen in Biberist und Solothurn fusionieren.

Noch nicht ausgeschieden ist Zuchwil, trotz des Neins aus dem Gemeinderatssaal. Die Zuchwiler haben bewiesen, dass sie ihren Volksvertretern nicht blind folgen. Diese hatten sich so lange gegen den Fusionsprozess gestemmt, bis die Stimmbevölkerung eine Teilnahme erzwang. Mit einem Winkelzug versuchen sich derweil einige Luterbacher Gemeinderäte aus der Verantwortung zu stehlen. Zwar wollen sie eintreten, aber nur unter der Voraussetzung, dass an der Gemeindeversammlung kein gegenteiliger Antrag gestellt wird. Dass ein solcher Antrag wahrscheinlich ist, wissen diese Gemeinderäte wohl. Damit verletzen sie ihre Pflicht, klar Stellung zu beziehen. Mit Verlaub: Wollen sie nicht eintreten, sollten sie es sagen, statt der Bevölkerung etwas vorzumachen.

Es könnte an den Gemeindeversammlungen vom 8. Dezember also Überraschungen geben. Das Rennen bleibt offen. Und kommt es am 28. Februar zur Urnenabstimmung, ist nicht absehbar, wie viele Personen abstimmen werden. Die gewichtigen Vorlagen auf eidgenössischer Ebene dürften die Stimmbeteiligung sicher befeuern. Ob es schliesslich 35 oder 45 Prozent sind, die zum wegweisenden Projekt Stellung nehmen, ist unerheblich. Ein Urnengang ist in jedem Fall demokratischer, als wenn ein Bruchteil von 1 Prozent der Stimmberechtigten (wie jeweils in Solothurn) das Geschäft unter sich ausmacht.

So haben die Top 5-Gemeinderäte abgestimmt:

Eintreten Fusion
Ja  Nein Ja Nein
Biberist 9 2 7 4
Derendingen 5 6 - -
Luterbach 9 0 3 6
Solothurn 28 2 21 9
Zuchwil 12 11 6 13