Direkt zu spüren ist noch nichts. Wer durch die Solothurner Städte, Agglomerationen und über Land fährt, sieht nach wie vor zahllose Baukräne, welche die Landschaft prägen. Aber die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die rund 100 dem Baumeisterverband Solothurn angeschlossenen Baufirmen haben im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang um 20 Prozent verkraften müssen.

Zwar hat sich insbesondere der Tiefbau – sprich Strassen, Tunnels, Brücken und Ähnliches – rückläufig entwickelt. Aber auch der Umsatz im seit Jahren boomenden Wohnungsbau ist tiefer als im Vorjahr ausgefallen. Ob dies auf einen Nachfragerückgang nach neuem Wohnraum oder auf bauplanerische Gründe zurückzuführen ist, ist unklar. Denn gleichzeitig meldet der Baumeisterverband einen gestiegenen Arbeitsvorrat im Wohnbau.

Jedenfalls ist die Entwicklung ein Zeichen dafür, dass sich die Baunachfrage nicht mehr automatisch nach oben bewegt. Ein Indiz dazu ist auch, dass sich bei den meisten in der Region verankerten Banken das Wachstum der Hypothekarkredite abschwächt. Deshalb sind zwei Akteure gefordert: Die Baufirmen müssen sich auf eine sinkende Bautätigkeit einstellen und ihre Ressourcen anpassen, damit es nicht zum Firmensterben kommt. Die Investoren ihrerseits sollten mehr denn je nur Wohnraum bauen, wenn er grossteils bereits verkauft oder vermietet ist. Ansonsten drohen teure Leerstände.

Verboten ist Blauäugigkeit. Es geht nicht immer aufwärts. Wie sagt doch der Bauverbands-Präsident: «Sollten die Zinsen abrupt steigen, müssen wir die Bremse treten und gleichzeitig die Handbremse ziehen.»