Samstagabend, kurz nach 20 Uhr auf dem Balmberg. 25 Leute sind friedlich am Proben und freuen sich beim Musik machen bereits auf die bevorstehende Fasnacht. Doch der Frieden wird jäh unterbrochen. Eine gläserne Balkontür wird von aussen her mit Gewalt eingetreten. Die Scherben spicken durch den ganzen Raum. Die Probe wird fürs Erste unterbrochen, die Polizei alarmiert. Denn derjenige, der die Türe eingetreten hat, stösst von der Terrasse des Tannenheims her allerlei Drohungen aus und scheint nicht ganz zurechnungsfähig zu sein. Seine Partnerin steht derweil ziemlich verloren und weinend neben ihm.

Nach dem ersten Schrecken und dem Versuch zu begreifen, was denn überhaupt geschehen ist, ist die Polizei bereits vor Ort und beginnt ihre Arbeit. Weil ich die Probe kurz verlassen und mein Auto umparkieren musste, war ich die Erste, die das randalierende Paar gesehen hat. Auf die konkreten Fragen der Polizei kann ich allerdings nur wenig intelligent antworten. Die Kleidung beispielsweise konnte ich nicht sehen, da es draussen zu dunkel war. Ausserdem versuchte ich, so schnell wie möglich, vom Parkplatz ins Haus zu gelangen, weil mir der aggressive Tonfall des Mannes nicht geheuer war.

Zwei Dinge sind mir seither klar. Als Journalistin beobachte ich aufmerksam. Als Zeugin ist mir dies nicht gelungen. Und in eine Situation geraten, die plötzlich eskaliert, kann man jederzeit und überall. Mein Fazit: Etwas sorgfältiger mit meinen Worten und Kommentaren umgehen, wenn ich die nächste Polizeimeldung lese. Ich könnte selbst betroffen sein.