Mutlos und zaghaft ist Roland Fürsts Vorlage zur Umsetzung des neuen Raumplanungsgesetzes für die Linken im Kantonsrat. Sie werfen dem Baudirektor vor, den künftigen Baulandbedarf so grosszügig zu berechnen, dass viele Gemeinden ohne allzuviel Bauchweh weiterbauen können. Ihre Furcht: Der vom Volk gewünschte Zersiedelungsstopp wird nicht genug stark angepackt.

Ganz anders sehen das die Ratsrechte und betroffene Gemeinden. Sie fürchten, dass das Gesetz so restriktiv ist, dass Kanton und Gemeinden bald die nötige Ellbogenfreiheit für prosperierendes Wachstum fehlt.

Kein Wunder gehen die Meinungen auseinander. Mit den Details, die jetzt ausgearbeitet werden, werden Weichen gestellt, die das Landschaftsbild, aber auch die wirtschaftliche Entwicklung auf Jahre prägen.

Roland Fürst störte sich an den Vorwürfen von Links und Rechts nicht. Er stellte sich auf den Standpunkt: Wenn beide Seiten nicht zufrieden sind, ist das kein schlechtes Zeichen. Weder die Befürworter einer möglichst wirtschaftsfreundlichen Umsetzung erhielten von ihm eine klare Antwort, noch diejenigen, die befürchten, in Solothurn werde das verbleibende Kulturland zu wenig geschützt.

Genügt das? Es ist klar: Auf viele Fragen, die brennend interessieren, kann Fürst noch keine detaillierten Antworten geben. Die Zeit war bisher schlicht zu knapp. Bei einem Projekt von dieser Tragweite braucht es aber mehr Führungswille. Fürst muss bald deutlich machen, welche Richtung er einschlagen will.

Lucien.Fluri@azmedien.ch