Am jährlich stattfindenden Solothurner Tourismusforum steht die positiv-optimistische Stimmung im Vordergrund. Die lässt man sich durch unliebsame Zwischentöne nicht so leicht vermiesen. Nein, nein, dass die geplante Grandtour of Switzerland (gepriesen als Pendant zur Route 66 in den USA) unsere schönste Barockstadt grossräumig umkurvt, sei kein Weltuntergang. Was ja auch stimmt. Nein, nein, über den Weissenstein müsse man jetzt nicht reden, es sei ja bereits alles gesagt worden.

Was eine kecke Haltung ist. Nein, nein, für unseren Berg seien keine aufwendigen Konzepte notwendig. Einfach Gestrickte suchten dort lediglich frische Luft, Aussicht und etwas für den Magen. Was auch eine Sichtweise ist, wenn auch nicht die einzige. Nein, nein, Anregungen seien jetzt kein Thema, Ratschläge schon gar nicht. Schliesslich sei Solothurn Tourismus ein Erfolgsmodell. Dies dank einem Fischrestaurant am Aeschisee, einem florierenden Campingplatz und ständig steigenden Übernachtungszahlen. Was ja alles höchst erfreulich ist.

Nur erstaunt es schon, wenn Tourismusverantwortliche am wichtigsten Jahresanlass grossflächig rosarote Farbe auftragen, derweil sie andernorts substanzielle Ansagen zur Zukunft des Hausberges machen können. Aber vielleicht hat man einfach mit dem Begriff «Tourismusforum» zu hoch gegriffen, dabei geht es lediglich um einen netten Anlass unter Gleichgesinnten. Was verständlich ist. Dann muss man sich auch nicht die Laune verderben lassen. Denn niemand wird das Erfolgsrezept des Prestigeobjekts Weissenstein als zu schwammig bezeichnen. Und keiner wird daran erinnern, dass einige wichtige Entscheidungsträger kaum gemeinsam in einer Gondel Platz nehmen würden. Zumindest nicht freiwillig.