Liebes Köfu! Ich hab da eine Marketingidee für Dich. Gratis, franko und total uneigennützig: Wie wärs mit einer VIP-Lounge? Die können sich im Fall noch so viele Leute leisten. Nämlich alle die, die 42 Stutz für ein Padänt-Ochsner-Konzert ausgeben und dann während zweier Stunden mehr quatschen, als Büne singt. Diese Schnurris müssen offenbar nicht so chrampfen für 42 Fränkli, die geben also gerne mal mehr aus. Quatschen gibt übrigens Durst, was dazu führt, dass manche dieser Konzertbesucher innerhalb von zwei Stunden locker drei Mal zur Bar schlendern, um Bier zu holen. Natürlich nicht, ohne vorher ihre Freunde mit gefühlten hundertzehn Dezibel zu fragen, ob sie nicht auch noch ein Bierli wollen. Oder wenn kein Bierli, dann ein Goggi. Und wenn sie gar nichts wollen, ob sie nicht doch gerne etwas hätten. Denn zu ihren Konzert- aka Schnurri-Buddies sind diese Leute total sozial. Im Gegensatz zu Fremden: gerade die, die für ihre 42 Fränkli chrüppeln müssen, daher später aus dem Büro kommen und nur noch den Platz bei der Türe abkriegen. Die werden x-Mal angerempelt. Die sind nämlich komisch. Die hören Padänt Ochsner beim Musikmachen zu. Ey, huere schräg! Und gegenüber der Band sind die Schnurris auch nicht sozial. Wieso will Büne, dass wir mal sechs Minuten ruhig sind? Dem haben wir doch schon 42 Stutz gegeben. Ah nein… wart… wie ging das noch mal?

Anyway Köfu, ist Dir klar, wie viel Du an diesen Leuten verdienen kannst? Die müssen nicht nur ganz viele Bierli trinken, sondern anschliessend auch noch aufs WC und sich wieder mühsam durch die Menge an komischen Leuten kämpfen. Macht jeder von denen mindestens einmal innert zweier Stunden. Ey, der Stress, entlasten wir doch diese armen Seelen! VIP-Lounge zu
75 Franken, Bier zu 20 Franken und dafür ist das WC gleich nebenan und mit Blattgold verziert. Klingt hübsch, nicht?

Was? Ach Du hast keinen Platz für so Gspässli. Ja weisst Du, das ist ja jetzt das Coole. Die Lounge, die kann irgendwo sein. Wenn diese Leute miteinander quatschen, schauen sie Büne eh nicht beim Tanzen zu. Und mitmachen tun sie schon gar nicht. Was Büne traurig macht. Und mal ehrlich: Wollen wir einen traurigen Büne? Du kannst die Lounge also oben aufs Dach knallen und die DVD vom Güschä-Open-Air via Beamer projizieren. Die Leute können so da oben quatschen, die Lounge via Bier rückfinanzieren und jederzeit die vergoldete Toilette aufsuchen. Sie checken vor lauter Schnurre auch nicht, wann die DVD zu Ende ist, Du kannst die also locker in Endlosschleife laufen lassen und bis morgens um 4 Uhr Kohle mit Bierli und Goggi machen. (Sofern unser Stappresidänt mitmacht. Sonst halt bis 2 Uhr. In dem Fall kannst du ja als Vorband eine DVD von Francine Jordi einschmeissen.)

Und: Du könntest sogar noch mehr Billetts für die Halle verkaufen. Nämlich an die total komischen Menschen, die anderen Menschen zuhören wollen, während die Musik machen. Die quatschen zwar auch ab und zu, aber dann singen sie eigentlich eher. Und dann erst noch dasselbe wie Büne. Dann könnten der und seine Musik-Buddies auch mal einen Nachlass spielen, ohne dass dieser um die Zeile «Wär wot no es Bügu?» ergänzt würde. Ich fänd das im Fall mega- cool und würde das total unterstützen. Und ich hoffe, das Chrischtchindli lese mit. Und die Schnurris auch.

Liebs Grüessli, Bea

*Beatrice Kaufmann ist freie Korrespondentin dieser Zeitung, beschreibt den vergangenen Patent-Ochsner-Konzertbesuch aus ihrer Optik und Akustik ...