Selbstverständlich wollen wir der Verfasserin nicht die gewünschte, wie auch beabsichtigte, Aufmerksamkeit schenken. Bei ihren Aussagen kommt uns vornehmlich Pinocchio in den Sinn und dieser passt halt wirklich nur mässig in die Weihnachtszeit. Schieben wir also die vorletztwöchige Schlagzeile beiseite und wenden uns den unausweichlich gewordenen Sparanstrengungen zu. So wie Sie sich Ihr Festtagsbudget reiflich überlegt haben, so sind auch wir in der Politik gefordert, die Ausgaben möglichst im Lot zu behalten. Fast alle Grenchner Parteien sind deshalb dem Aufruf aus dem Stadtpräsidium gefolgt, jeweils je zwei Vertreter an die Strategietreffen zu delegieren. Es soll dabei ausgelotet werden, was im Bereich des Möglichen liegt. Die Zusammenkünfte gehen notabene in der Freizeit über die Bühne.

Dass es der SP nicht gelungen ist, ein Duo zu entsenden, erstaunt nicht wirklich. Dazu passt die Arbeit eines Journalisten, welcher die Ausgabenentwicklung von Gemeinden mit rot-grünen und bürgerlichen Mehrheiten untersucht hat. Rund 450 Städte und grössere Gemeinden liessen sich aufgrund der Datenlage vergleichen. Dabei zeigte sich, dass in Gemeinden mit rot-grüner Exekutivmehrheit die Pro-Kopf-Ausgaben in den letzten zehn Jahren um 12 Prozent gestiegen sind. Dies ist dreimal so viel wie in den bürgerlichen Gemeinden, wo die Ausgaben um 4 Prozent zunahmen. Nicht verheimlichen darf man dabei den Umstand, dass auch ein paar wenige linksdominierte Gemeinden gezwungen waren, auf ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld zu reagieren.

Diese Problematik ist nun leider auch in unserer Stadt wieder ein Thema. Dazu gesellen sich unbeeinflussbare Kostentreiber, wie auch hausgemachte Ausgabeposten. Es ist so weit, dass wir nicht mehr sparen ‹wollen›, sondern sparen ‹müssen›. Dies wird unpopuläre Entscheide und Verzicht zur Folge haben.

Einig ist man sich dennoch beim Steuerfuss. Dieser soll auf der jetzigen Höhe verbleiben und als Fernziel möglichst gesenkt werden. Um diesem Grundsatz nachleben zu können, sind sowohl bei den Ausgaben, wie auch bei den Einnahmen entsprechende Aktionen nötig.

Leider ist die Zeit von zu pessimistischen Budgets und den anschliessenden positiven Rechnungsabschlüssen auch vorbei. Was bleibt bei so viel schwerer Kost?

Es ist der Glaube an das Gute. Letztlich entspricht dies dem Grundsatz von Weihnachten. Geniessen Sie das Nehmen, aber auch das Geben. Wenn Sie dann in der Balance sind, werden Sie sicherlich auch ohne Pinocchios lange Nase das etwas weniger exklusive Menü geniessen können. Wir wünschen es Ihnen von Herzen!

* Hubert Bläsi, Fraktionschef FDP.