Solar Impulse 2

Viel mehr als ein Egotrip

Bertrand Piccard ist sicher gelandet. Gemeinsam mit André Borschberg – ein Schweizer wie Piccard – hat er die Welt umrundet. Ohne Treibstoff. Einzig die Kraft der Sonne trieb ihr Flugzeug Solar Impulse 2 an. Piccard erfüllte sich einen Lebenstraum.

Und wie das bei uns so ist, wenn einer gross träumt: Auf Kritik muss er nicht lange warten. Bei den ersten Problemen im letzten Winter hiess es sofort: Piccard habe sich «verrannt». Ein «Exot ohne grössere praktische Relevanz» sei Solar Impulse. «Nicht alltagstauglich.» Solarantrieb und Batterien — darauf könne man einfach nicht bauen.

Die Stimmen ähneln jenen, die dem Automobil keine grosse und dem Internet überhaupt keine Zukunft zubilligen wollten. Eine neunmonatige Zwangspause wegen überhitzter Batterien soll den Abgesang auf die Solarenergie rechtfertigen? Tut es nicht. Im Gegenteil. Leute wie Piccard — und übrigens auch wie Elon Musk, der Hohn und Spott über sich ergehen lassen musste, als es ihm vor einigen Monaten dummerweise nur fast gelang, eine Rakete aus dem Weltall zurückzuholen und auf einer Plattform im Meer zu landen – spornt das erst so richtig an. Gut so. Denn nur wenn es Leute gibt, die etwas wagen, kommen wir voran.

Die erneuerbaren Energien, an denen in Zukunft so oder so kein Weg vorbeiführt, haben es derzeit schwer. Solar Impulse 2 hat es geschafft, Investoren, Politikern und uns Normalsterblichen zu beweisen, was mit heutiger Technik möglich ist. Und was in naher Zukunft möglich sein könnte. Dass sich Piccard dabei einen Traum erfüllt hat – wer mag es ihm verdenken.

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