Es ist wie im Frühling: Nach grauen Wintertagen geht es ziemlich schnell und alles ist grün, die Bäume, die Sträucher, die Wiesen. So geschieht es nicht nur in der Natur. Nach Klimastreiks von Tausenden von Jugendlichen und mit der allgemeinen Wahrnehmung der weltweiten Bewegung Fridays for Future wird auch sonst alles grün: Die Freisinnigen legen sich husch, husch ein grünes Mäntelchen um, die Sozialdemokraten beteuern, Umweltschutz sei eines ihrer ständigen Themen, und die Christdemokraten verweisen darauf, dass ihr grünes Engagement schon immer gross gewesen sei. Bedauerlich nur, dass die Stimmberechtigten das irgendwie nicht richtig mitbekommen haben. Einzig die Schweizerische Volkspartei will nichts von grün wissen, weil für sie Klimawandel eben doch nur ein Schlagwort von links ist.

Auch in der Wirtschaft grünt es. Alle sind plötzlich öko und richten ihr «Branding» neu aus. Zwar nimmt der Lastwagenverkehr deswegen nicht ab, und das Biogemüse im Supermarkt kommt nach wie vor plastikverpackt ins Verkaufsregal. Aber im Kleinen tut sich hoffentlich trotzdem was. 

Schön zu sehen, was junge Menschen zustande bringen, wenn sie sich (wieder) einmischen. Vielleicht gelingt es ihnen sogar, um beim Vergleich mit den Jahreszeiten zu bleiben, den Herbst zu verhindern.