Beznau I

Nur die Sicherheit darf entscheiden

Block 1 des AKW Beznau bleibt noch bis Ende Jahr vom Netz (Archivbild).

Block 1 des AKW Beznau bleibt noch bis Ende Jahr vom Netz (Archivbild).

Zukunft aufgrund von zahlreichen Schäden am Reaktordruckbehälter ungewiss – das ist bei Wikipedia zu Beznau 1 nachzulesen. Der Eintrag im beliebtesten Online-Nachschlagewerk der Welt zeigt: Wenn es um die Sicherheit eines Atomkraftwerks geht, zählen nicht nur Messresultate, Expertenmeinungen und Untersuchungsergebnisse. Entscheidend ist auch die öffentliche Meinung. Befürworter und Gegner – der Wikipedia-Autor ist offensichtlich Atomkritiker – versuchen diese zu beeinflussen.

So schreibt die Axpo, welche das AKW Beznau betreibt, der Nachweis der Integrität des Reaktordruckbehälters werde erst Ende Jahr abgeschlossen sein. Und der Kraftwerksleiter bezeichnet Beznau als «erfahrenstes KKW der Schweiz». Greenpeace andererseits platziert einen riesigen Wegweiser zum ältesten AKW der Welt beim Flughafen Kloten, Grüne und SP warnen vor «Experimenten mit Hunderttausenden Menschen» und fordern die sofortige Abschaltung.

Zu den Fakten: Beznau wird lange ausser Betrieb bleiben. Ob der Sicherheitsnachweis erbracht werden kann, lässt sich nicht voraussagen. Es gibt keine Hinweise, dass die lange Betriebsdauer einen Einfluss auf die Schwachstellen hat. Diese sind offenbar bei der Produktion entstanden – was nicht heisst, dass sie harmlos sind. Ob das AKW sicher weiterbetrieben werden kann, wird die Aufsichtsbehörde Ensi entscheiden – und das ist richtig. Wer, wenn nicht ein Fachgremium, soll dies beurteilen? Es sei denn, das Volk beschliesst den Atomausstieg – das ist aber eine Grundsatz-frage, darum geht es bei Beznau nicht.

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