Nuklearwaffentest

Nordkorea ist Atommacht – und wird es bleiben

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei einem Militäreinsatz (Archiv)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei einem Militäreinsatz (Archiv)

Nordkorea meldete am Sonntagmorgen die «erfolgreiche» Zündung einer Wasserstoffbombe.

Er hat es getan. Schon wieder. Zum sechsten Mal hat Nordkoreas Machthaber Kim Yong Un eine Nuklearbombe getestet – mehr als zehnmal so stark wie jene beim Test vor einem Jahr. Viele Möglichkeiten zur Eindämmung der Nordkorea-Krise hat die Welt nun nicht mehr. Denn ein Angriff, wie US-Präsident Trump ihn erwägt, hätte verheerende Folgen. Auch ohne Nuklearwaffen könnte Nordkorea Südkoreas Hauptstadt Seoul mit ihren über 20 Millionen Einwohnern binnen kurzer Zeit in Schutt und Asche legen.

Nicht einmal mit noch schärferen Sanktionen lässt sich das Kim-Regime bändigen. Denn das würde den Diktator nur dazu verleiten, noch aggressiver aufzutreten. Als einzige Option bleiben Verhandlungen. Washington sollte sich dringend dazu durchringen, hochrangige Diplomaten nach Pjöngjang zu schicken und mit dem Regime konkret über Lebensmittelhilfe zu reden. Das ist das, was Kim für sein Land will. Nur das sichert den Frieden.

Fest steht allerdings: Auf eine Denuklearisierung wird sich Pjöngjang nicht einlassen. Eine so mächtige Waffe lässt sich kein Regime nehmen. So bitter das klingt: Ein isoliertes Land von der Wirtschaftsstärke einer Schweizer Kleinstadt – und doch bleibt der Welt nichts anderes übrig, als Nordkorea als Atommacht anzuerkennen. Und zwar auf Dauer.

ausland@azmedien.ch

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