Deutschland

Neue Farbenlehre: Grün-Schwarz regiert Baden-Württemberg

Dagmar Heuberger
Haben sich geeinigt: Baden Württembergs CDU-Chef Thomas Strobl (links) und der Grüne Winfried Kretschmann (rechts). (Archiv)

Haben sich geeinigt: Baden Württembergs CDU-Chef Thomas Strobl (links) und der Grüne Winfried Kretschmann (rechts). (Archiv)

Ein Grüner als Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes? Das allein ist revolutionär. Aber eine grüne Landesregierung mit der CDU als Juniorpartner? Das war bislang utopisch. Doch Baden-Württemberg und sein Regierungschef Winfried Kretschmann machen gerade vor, dass beides möglich ist. Der Grüne regiert bereits seit fünf Jahren in Stuttgart. Nun wagt der Pragmatiker das nächste Experiment: eine Koalition mit der CDU.

Grün und Schwarz – wie passt das zusammen? Es passt – sogar ziemlich gut. Die beiden Parteien sind längst nicht mehr wie Katz und Hund. Die einstige Revoluzzer-Partei ist bürgerlich geworden; ihre Anhänger sind gebildete, gut verdienende Städter. Die früher zutiefst konservative CDU wiederum ist unter ihrer Parteichefin Angela Merkel nach links gerutscht. Dennoch laufen der Union in den grossen Städten die Wähler davon. Diese Ausgangslage lässt die beiden Parteien näher zusammenrücken.

Grün und Schwarz ist die neue deutsche Farbenlehre. Nicht nur in Stuttgart, auch in Berlin. Eine schwarz-grüne Koalition wäre schon nach der Bundestagswahl 2013 möglich gewesen. Damals fehlte der Mut. Jetzt macht Baden-Württemberg, das Musterländle der Tüftler und Erfinder, vor, was mit umgekehrten Vorzeichen 2017 auch auf Bundesebene Realität werden könnte.

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