Apropos

Merci, ihr Kirchenglocken!

Kirchenglocken (Archiv)

Kirchenglocken (Archiv)

Egal ob römisch-katholisch, reformiert, orthodox oder muslimisch: Was vom Dach eines Gotteshauses schallt, provoziert in der Gesellschaft in voraussehbarer Regelmässigkeit Widerstand. Und zwar egal ob Glockenschlag oder Ruf des Muezin. Jüngstes Beispiel: In Worb dürfen Kirchenglocken nachts nur noch im Stundentakt läuten. Erst ab 7 Uhr wieder viertelstündlich. Das hat eben das bernische Verwaltungsgericht entschieden; die unterlegene Kirchgemeinde akzeptiert das Urteil.

Doch wie immer hat auch die Sache mit dem geraubten Schlaf und dem Kirchengeläut noch eine andere – in diesem Fall positive – Seite: Der Klang der hin- und
herschwingenden Glocken kann durchaus auch beruhigende Wirkung haben und gerade bei kleinen Kindern bestens helfen beim Einschlafen. Eben «I ghöre es Glöggli» konkret. Und auf einmal schätzt sich glücklich, wer um die Ecke eine Kirche hat!

Dass ich deswegen meine Kirchensteuern nun lieber zahlen würde, wäre vermessen zu behaupten. Und keine Angst, ich erspare Ihnen nun auch die Lärmbelästigung durch meinen Singsang. Dankbar bin ich jedoch, dass in meinem Fall die paar – durchaus netten! – Anwohner der Berner Paulus-Kirche, die sich ebenfalls seit Jahren gegen das nächtliche Glockengeläut wehren, bisher erfolglos geblieben sind.

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