Kommentar

Kein Aufschwung ohne Export: Der Zusammenbruch des weltweiten Handels ist ein Problem

Schweizer Exporte brechen wegen Corona ein. (Archiv)

Schweizer Exporte brechen wegen Corona ein. (Archiv)

Der Bundesrat will heute Nachmittag die nächsten Lockerungsschritte des Coronaregimes bekanntgeben. Mit der allmählichen Wiedererweckung des öffentlichen Lebens kehrt auch die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr dessen zurück, was wir noch im Januar als «Normalität» empfunden hatten.

Doch gerade die besorgniserregenden Entwicklungen in der Exportwirtschaft führen uns drastisch vor Augen, dass wir diese Normalität nur zu einem sehr kleinen Teil selber wieder herstellen können.

Die Schweiz hat im internationalen Vergleich eine aussergewöhnlich hohe Aussenhandelsquote. Exporte und Importe ergeben in der Summe eine Zahl, die rund ein Fünftel höher ist als das Bruttoinlandprodukt. Diese Zahl zeigt, dass wir unsere hoch spezialisierten Fertigkeiten zum Beispiel in der Herstellung von Uhren, komplizierten Maschinen oder Medikamenten überaus erfolgreich in die Welt hinaustragen. Wir importieren viele Vorprodukte, um diese hierzulande zu veredeln und wieder zu exportieren.

Der coronabedingte Zusammenbruch des internationalen Handels ist für die Schweiz auch deshalb ein besonders grosses Problem, weil wir es selbst gar nicht lösen können. Wir sind auf eine gute internationale Nachfrage angewiesen. Diese kann nicht einmal eine weltweite Aufhebung des Lockdown herbeizaubern. Was es braucht, ist Vertrauen – egal, woher dieses ­kommen mag.

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