Apropos

Heuschnupfen und Schlangenbisse

Etwa 20 Prozent der Schweizer leidet unter Heuschnupfen.

Etwa 20 Prozent der Schweizer leidet unter Heuschnupfen.

Vielleicht gehören Sie ja auch zu den 1,7 Millionen Menschen in der Schweiz, die unter Heuschnupfen leiden. Derzeit flirren die Gräserpollen wieder wie wild durch die Luft und machen aus ansonsten gesunden Zeitgenossen temporär dauerniessende, augenreibende, die blühenden Wiesen verfluchende Folteropfer der Natur. Fenster werden geschlossen, Grillabende abgesagt und luftreinigender Dauerregen herbeigesehnt. Schnudertücher füllen die Abfallsäcke, Wundsalben werden auf rote Nasenflügel aufgetragen und alle möglichen Pillen geschluckt, auf dass die Qual schnell vorübergehe. Sollten Sie zu den glücklichen 80 Prozent der Bevölkerung gehören, die von den Pollenallergien verschont bleiben: Bitte verzeihen Sie uns anderen das Gewimmer.

Was uns Allergikern bleibt, ist der Gang in die Wüste; dahin, wo keine Pflanzen blühen. Gerade wir Heuschnupfenallergiker wären prima auf die dortigen Begebenheiten vorbereitet. Immunologen der Yale University haben herausgefunden, dass allergische Reaktionen auf Pollen evolutionär durchaus Sinn ergeben. Unser Immunsystem reagiert heftig auf fremde Stoffe, die in unsere Körper gelangen, um etwa bei einem Skorpionstich oder einem Schlangenbiss die toxischen Stoffe zu bekämpfen. Bei Allergikern scheint dieser Mechanismus ausserordentlich gut zu funktionieren. Bleibt uns also nur eines: Ab in die Wüste!

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