Migros

Ein M weniger

Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen sucht für den Verkauf von Globus, Interio, Depot und M-Way nach Interessenten, die gewillt sind, in die Firmen zu investieren.(Archivbild)

Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen sucht für den Verkauf von Globus, Interio, Depot und M-Way nach Interessenten, die gewillt sind, in die Firmen zu investieren.(Archivbild)

Paukenschlag im Schweizer Detailhandel: Migros möchte Globus, Interio, Depot und M-Way verkaufen. Der Kommentar.

Stellt man ein M auf den Kopf, dann wird es zu einem W. Und das W stand bei der Migros in den letzten Jahrzehnten vor allem für eins: für Wachstum. Wachstum um jeden Preis. Es schien, als würde der Konzern alles kaufen wollen, was man ihm anbot. Das Unternehmen kaufte Denner, Digitec, Galaxus, Navyboot und so weiter. Vor über 20 Jahren stand die Globus-Gruppe auf der Einkaufsliste, zu der damals die längst vergessene ABM-Warenhauskette gehörte.

Mit den vielen Zukäufen wurde die Genossenschaft in den wenigsten Fällen glücklich und musste viel Lehrgeld bezahlen. Der neue Chef Fabrice Zumbrunnen will nun den Gemischtwarenladen, zu dem die Migros längst geworden ist, radikal entrümpeln. Das Unternehmen soll sich wieder auf sein «strategisches Kerngeschäft» konzentrieren und im Online-Bereich ausbauen, wie es in der Medienmitteilung heisst. Es war in der Tat immer weniger ersichtlich, für was die Marke Migros eigentlich noch stand. Und sich gegen einen möglichen Markteintritt von Amazon zu rüsten, ist sicher auch nicht falsch.

Migros schreibt Globus, Interio, Depot und M-Way zum Verkauf aus

Migros schreibt Globus, Interio, Depot und M-Way zum Verkauf aus

Am Mediengespräch vom Donnerstagnachmittag erklärt Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen, weshalb sich die Migros von Globus und Interio trennen will. Die Migros-Gruppe wolle mit den Verkäufen ihren "strategischen Fokus" schärfen. Sie wolle sich im Kerngeschäft noch verstärkt profilieren, zudem sollen das Convenience-Segment, die digitalen Vertriebskanäle und auch der Gesundheitsbereich ausgebaut werden.

Für Globus, Interio, Depot und M-Way werden nun Käufer gesucht. Ein Verkauf an möglichst starke Partner wäre zu begrüssen. So bestünde zumindest die Hoffnung, dass die Detailhandelslandschaft in der Schweiz wieder vielfältiger werden könnte. Die Diversität beim Angebot hat stark gelitten. Mit ihren Zukäufen haben Migros und Coop in den letzten Jahren eine an ein Duopol grenzende Marktstellung aufgebaut, die an Vielfalt und günstigen Preisen interessierte Konsumenten zunehmend abstösst.

beat.schmid@chmedia.ch

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