Kommentar

Die WM ist vorbei - und die Schweiz droht im Frauenfussball den Anschluss zu verlieren

Der Star des US-Teams: Megan Rapinoe. Und was ist mit der Schweiz?

Der Star des US-Teams: Megan Rapinoe. Und was ist mit der Schweiz?

Die USA verteidigen souverän den Titel an der WM in Frankreich - und die Schweiz schaut zu. Jetzt gilt es schnell zu analysieren und zu handeln, sonst drohen wir Jahre zu verlieren.

Die USA sind alter und neuer Weltmeister – und doch ist alles neu bei dieser Fussball-WM der Frauen. Nie war sie mehr im Fokus, nie wurde mehr über sie geschrieben und geredet, nie war das Turnier so hochstehend. Der Fussball der Frauen hat in den vergangenen Jahren vor allem in Europa gewaltige Fortschritte gemacht – auch wenn kein europäisches Team der Dynamik und Wucht der US-Frauen gewachsen war. Die Lücke ist kleiner geworden. Taktisch und technisch sind die Europäerinnen mindestens auf Augenhöhe.

Und was macht die Schweiz? Sie schaut zu – und staunt. Weil man die Qualifikation verpasst hat. Gegen WM-Finalist Holland, wo der Verband viel investiert hat, um die Entwicklung im Jahr 2007 richtig anzustossen, wo Klubs wie Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven auf den Geschmack gekommen sind. Dort kommen die Frauen auch in den Genuss absoluter Topanlagen, Knowhow und Profi-Personal.
Die Schweiz ist gefordert, denn wer jetzt den Anschluss verliert, der dürfte Jahre brauchen, um den Rückstand wieder aufzuholen.

Der Verband, die Klubs, die Liga – alle sind nun gefordert, um einen Schweizer Weg zu entwickeln. Damit man professionelle Strukturen für die Frauen schafft, Möglichkeiten, Job und Sport zu vereinen, wenigstens einen Teil des Lohnes als Fussballerin zu verdienen. Es ist nicht der gleiche Weg wie bei den Männern, aber das Ziel muss dasselbe sein: Stammgast zu werden, bei Grossveranstaltungen. Denn am meisten bewirkt immer noch sportlicher Erfolg. Die Qualifikation für die EM 2021 ist für Ramona Bachmann & Co ein Muss.

Meistgesehen

Artboard 1