Banken

Die diskrete Branche im Fokus

Mit dem Informationsaustausch fällt auch das Bankgeheimnis.

Mit dem Informationsaustausch fällt auch das Bankgeheimnis.

Am Freitag fällt das Parlament wohl den historischen Entscheid, den Informationsaustausch ab nächstem Jahr mit 41 neuen Ländern zuzulassen. Damit fällt das Bankgeheimnis etwa auch gegenüber Russland oder China.

Seit diesem Jahr liefert die Schweiz Daten über Bankkunden an 38 Staaten. Stimmt das Parlament heute zu, kommen im nächsten Jahr weitere 40 Länder dazu. Das Bankgeheimnis ist damit gegenüber diesen Staaten ein Relikt aus der Vergangenheit. Das Parlament hat zudem diese Woche beschlossen, dass zumindest im Inland die Rechtslage die gleiche bleibt wie bis anhin. Die Matter-Initiative wird wohl bald zurückgezogen.

Für die Branche bricht damit definitiv ein neues Zeitalter an. Die heutigen Kunden sind nicht mehr die deutschen Zahnärzte, die einmal im Jahr in die Schweiz fahren und nach dem Skifahren gleich noch ihren Bankberater besuchen. Reichtum entsteht heute in den aufstrebenden Ländern Asiens. Diese Kunden sind nicht mehr bereit, die gleichen Margen zu bezahlen wie in der Vergangenheit. Kommt hinzu, dass die Behörden von den Instituten immer mehr Deklarationen verlangen. All das schmälert die Profite.

Die Schweiz ist dennoch nach wie vor weltweit der wichtigste Ort für die Vermögensverwaltung. Wenn die Zeichen der Zeit erkannt werden, sind die Chancen nicht schlecht, dass sie es bleibt. Die Branche wird sich wandeln müssen. Es wird nicht mehr viele kleine Geldinstitute geben, sondern die Grossen werden dominieren. Das SRF strahlt diesen Sonntag einen zweiteiligen Spielfilm über eine kleine Privatbank aus, der schon im Vorfeld zu reden gab. Viele werden sich sicher fragen, ob es wirklich so zugeht in dieser diskreten Welt. Erfahrene Banker werden sagen: Der Alltag ist nicht immer so spektakulär.

andreas.schaffner@azmedien.ch

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Andreas Schaffner

Andreas Schaffner

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