In Lauchringen ereignete sich Historisches. In der bewegten Geschichte der Menschheit haben sich noch nie so viele Schlümpfe auf einmal versammelt. Ganz genau gezählt und amtlich beglaubigt waren es 2762. Wer als Schlumpf durchgehen wollte, musste die strengen Richtlinien der Organisatoren erfüllen: Alle sichtbaren Körperteile mussten blau geschminkt oder mit dem originalen Schlumpfkostüm bedeckt sein; zwingend war zudem die Schlumpf-Mütze. Die vielen Schlümpfe hatten es sicher lustig miteinander. Also, das hoffe ich zumindest. Wissen tue ich es nicht – ich war ja nicht dabei. Habe nur davon gelesen. Kaum eine Zeitung oder ein News-Portal, das dem Lauchringer Schlumpf-Auflauf nicht den gebührenden Platz eingeräumt hätte.

Die doch recht eindrückliche Medienpräsenz, die den Schlümpfen eingeräumt worden ist, hat mich ein bisschen erstaunt. Ich habe schlicht nicht gewusst, dass Schlümpfe derart wichtig sind. Vielleicht ist ja das, was in Lauchringen geschah, der Anfang einer neuen Bewegung. Nach den wütenden Gilets jaunes nun die fröhlichen blauen Schlümpfe. Über irgendwelche politische Absichten ist allerdings bisher nichts bekannt. Aber das kann sich rasch ändern. Andrerseits zeigen einzelne Parteien immer wieder, dass es auch ganz gut ohne politisches Programm geht. Manchmal genügt schon ein Thema. Oder eine Forderung. Jedenfalls: Die Farbe Blau ist politisch noch nicht vergeben. Und der Slogan bietet sich ja geradezu an: «Die Schlümpfe – das blaue Wunder».

Wenn ich das alles bedenke, bin ich nun doch recht froh, dass die Medien umfassend über das konzertierte Auftreten der Schlümpfe berichtet haben. Jetzt weiss ich besser, was auf uns zukommen könnte.

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