Fahrländer

Grüne im Auf- oder Abwind?

Nationalrat Jonas Fricker.

Nationalrat Jonas Fricker.

Heute ist Ostern. Zur Feier des Tages wollen wir uns mit zwei grünen Politikern befassen (hat nix mit «Auferstehung» zu tun, ist nur farben-allegorisch gemeint).

Da ist zum einen Frau Regierungsrätin Susanne Hochuli. Sie ist seit 2009 Gesundheits-, Sozial- und Militärdirektorin und hält den Kanton zurzeit hin, ob sie im Herbst für eine dritte Amtsperiode kandidieren soll oder will. Also wenn sie mich fragen würde (was sie natürlich nicht tut), meine Antwort wäre klar: Kapitulation vor dem Feind – das geht doch nicht! Hochuli ist mit 50 im besten Politiker-Alter, hat eine gemischte Bilanz mit positiven und negativen Punkten wie alle Regierungsmitglieder, ist wohlbekannt im Schweizerland, mitunter auch als Querkopf, was im trockenen Politbetrieb durchaus wohltuend ist. Natürlich liegt eine Niederlage am 23. Oktober im Bereich des Möglichen. Aber das gehört zum Theaterstück. Antreten und im Kampf verlieren ist ehrenhafter als kapitulieren.

Da ist zum andern Nationalrat Jonas Fricker aus Baden. Wie bei allen Neuen stellte sich bei ihm die Frage: Auf welchem Gebiet soll ich mich in Bern spezialisieren? Bald folgte die Antwort: Fricker, gemäss Eigenaussage «Vater, Nationalrat und Hausmann – in dieser Reihenfolge», wurde in die Kommission Wissenschaft, Bildung, Kultur WBK gewählt und hat am letzten Tag der Frühlingssession nun seinen ersten Vorstoss eingereicht: In einer Motion will er den Bundesrat verpflichten, die Schweiz zu einem «digitalen Bildungsraum» zu entwickeln. Er verknüpft damit zwei «harzige» Themen: Die digitale Bildung ist bis heute ein Stiefkind der Politik – und der Bildungsraum Schweiz droht an der Starrköpfigkeit vieler Kantone zu scheitern. Der Motionär hat Mitunterzeichner bis hin zur FDP gefunden. Man ist gespannt, ob es ihm gelingt, die schweizerische Bildungspolitik zu deblockieren – beziehungsweise eine schweizerische Bildungspolitik überhaupt erst zu schaffen.

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