Kilauea
«Was passiert jetzt mit uns?» – Vulkanausbruch auf Hawaii zerstört Häuser, Ende nicht in Sicht

Der Vulkanausbruch auf Hawaii hat einige Zerstörungen verursacht. Mindestens 26 Häuser im Wohngebiet Leilani Estates östlich des Kilauea auf Hawaiis grösster Insel Big Island seien von Lavaströmen vernichtet worden, teilte die Zivilschutzbehörde am Sonntagabend (Ortszeit) mit. Die Betroffenen harren aus.

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Die Eruption des Kilauea hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS am 30. April begonnen. Am Donnerstag waren durch einen ersten Riss erstmals Lava, Rauch und Asche ausgetreten. Zudem gab es mehrere Erdbeben, die leichtere Schäden an Strassen auf Big Island verursachten und vorübergehend für Stromausfälle sorgten.

Bereits am Donnerstag hatten rund 1700 Menschen im Osten von Big Island auf Geheiss der Zivilschutzbehörde ihre Häuser verlassen. Die Anordnung bleibe weiter in Kraft, hiess es am Sonntag.

Ausharren und hoffen

Die Evakuierten harren aus. Viele wissen nicht, ob es ihr Zuhause noch gibt. Die einen können optimistisch sein, wie etwa jener Mann, der in einem Video der Nachrichtenagentur AP schildert, er habe auf aktuellen Fotos ein Haus mit rotem Dach gesehen, «und unseres ist das einzige in der Nachbarschaft mit rotem Dach.»

Andere sind weniger zuversichtlich. «Was passiert jetzt mit uns?», fragt sich etwa Cherie McArthur. «Wenn wir unsere Farm verlieren, verlieren wir gleichzeitig unser Einkommen und unser Zuhause.»

Evakuiert ins Ungewisse: Cherie McArthur und Michael McGuire in der Unterkunft in Pahoa.
17 Bilder
Die Lava bahnt sich ihren Weg. Auf dem Velo: Sam Knox.
Sam Knox (65) radelte bis zur Lava in den Leilani Estates.
Kilauea-Ausbruch (4.5.2018)
Mindestens 26 Häuser im Wohngebiet Leilani Estates hat die Lava bis Sonntagabend zerstört.
Mindestens 26 Häuser im Wohngebiet Leilani Estates hat die Lava bis Sonntagabend zerstört.
Sofern es die Verhältnisse zulassen, können sich Anwohner bei Tage sich ihren Häusern nähern.
Zehn Risse hätten sich mittlerweile aufgetan, durch die Lava an die Erdoberfläche treten könne, teilen die Behörden am Sonntagabend mit.
Zehn Risse hätten sich mittlerweile aufgetan, durch die Lava an die Erdoberfläche treten könne, teilen die Behörden am Sonntagabend mit.
Der Vulkanausbruch könne noch Tage oder Wochen dauern, sagt eine Nationalparkverantwortliche. Ein Ende sei nicht in Sicht.
Der Vulkan Kilaueaa bricht aus. Er befindet sich auf Hawaii.
Die Behörden haben die Evakuation von 10'000 Personen angeordnet.
Vor dem Ausbruch wurde ein Erdbeben der Stärke 5.0 festgestellt.
Bild vom Vortag, 3. Mai.
Der Vulkanausbruch hat sich angekündigt. Der Kilauea war schon Tage zuvor aktiv, wie dieses Bild vom 1. Mai zeigt.
Der Vulkanausbruch hat sich angekündigt. Der Kilauea war schon Tage zuvor aktiv, wie dieses Bild vom 1. Mai zeigt.
Der Vulkanausbruch hat sich angekündigt. Der Kilauea war schon Tage zuvor aktiv, wie dieses Bild vom 1. Mai zeigt.

Evakuiert ins Ungewisse: Cherie McArthur und Michael McGuire in der Unterkunft in Pahoa.

Keystone

Zehn Risse hätten sich mittlerweile aufgetan, durch die Lava an die Erdoberfläche treten könne, hiess es weiter. Angaben zu Verletzten oder anderweitigen Schäden gab es zunächst nicht.

Anwohner könnten aber bei Tage sich nähern und nach ihren Häusern schauen, sofern es die Verhältnisse zuliessen. Experten werden demnach vor Ort den Zugang kontrollieren und darüber informieren, welche Gebiete betreten werden dürfen.

«Nicht Zeit für Sightseeing»

Auf der zu den USA gehörenden Inselgruppe liegen gleich mehrere Vulkane, der Kilauea ist einer der aktivsten der Welt. Brechen die für Hawaii typischen Schildvulkane aus, kann Lava nicht nur aus dem Krater fliessen, sondern auch durch unterirdische Risse an anderen Stellen an die Oberfläche treten.

Die Zivilschutzbehörde bat eindringlich Schaulustige darum, sich nicht zu nähern. Die Einwohner von Leilani brauchten jetzt Hilfe. «Es ist nicht die Zeit für Sightseeing», hiess es.

«Der Vulkanausbruch könnte noch Tage oder Wochen dauern», sagte Jessica Farracane vom Hawai'i-Volcanoes-Nationalpark gegenüber AP. «Es ist im Moment kein Ende in Sicht.»

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