Ukraine-Krise
Ukraine-Präsident Poroschenko: «60 Prozent unserer Militärtechnik sind zerstört»

Den ukrainischen Truppen könnten bald die Waffen ausgehen. Präsident Poroschenko sagte, mindestens 60 Prozent der Militärtechnik der ukrainischen Armee seien zerstört. Die vereinbarte demilitarisierte Zone ist noch immer nicht geräumt.

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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte in einem Fernsehinterview, dass der Ukraine die Waffen ausgehen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte in einem Fernsehinterview, dass der Ukraine die Waffen ausgehen.

Keystone

Die ukrainischen Regierungstruppen haben im Verlauf ihrer Einsätze gegen die Separatisten im Osten des Landes schwere Verluste an Material erlitten. "Es wurde zwischen 60 und 65 Prozent der Militärtechnik zerstört", sagte Präsident Petro Poroschenko im Fernsehen.

Poroschenko bezog sich am Sonntagabend im ukrainischen Fernsehen auf Verluste an Panzern und schwerem Gerät. Mit dem vereinbarten Teilrückzug der Kampftruppen beider Konfliktparteien und der Bildung von Pufferzonen habe die Ukraine nunmehr die Gelegenheit, die Einheiten aufzufrischen, die lange Zeit im Kampf gestanden hatten.

Ukrainische Soldaten kochen bei einem Checkpoint ein Mittagessen.

Ukrainische Soldaten kochen bei einem Checkpoint ein Mittagessen.

Keystone

"In einer dieser Einheiten hat mein Sohn gekämpft", zitierte die russische Agentur Ria Nowosti den ukrainischen Staatschef. In dem Interview betonte Poroschenko auch, dass sein Land den Frieden brauche. Er selbst wolle alles unternehmen, "um den Friedensplan umzusetzen".

Beide Seiten hatten unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Nacht zum Samstag in Minsk vereinbart, ihre schweren Waffen um jeweils 15 Kilometer zurückzuziehen. So soll eine 30 Kilometer breite Pufferzone geschaffen werden. Von einer konkreten Umsetzung der Vereinbarung war am Sonntag allerdings noch keine Rede.

Schon Anfang September war eine Waffenruhe vereinbart worden, die allerdings brüchig blieb. Der Waffenstillstand existiere nur dem Namen nach, sagte Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove: «Die Lage in der Ukraine ist im Augenblick nicht sehr gut.» In den vergangenen Tagen sei in einigen Gebieten genauso heftig gekämpft worden wie vor der Vereinbarung der Waffenruhe.

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