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Trump will Prediger Gülen an Türkei ausliefern – der gilt als Erdogans mächtigster Gegner

US-Präsident Donald Trump hat der türkischen Regierung zufolge die Auslieferung des islamischen Predigers Fethullah Gülen versprochen.

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Der türkische Prediger Fethullah Gülen lebt seit 1999 im selbstgewählten Exil im US-Bundesstaat Pennsylvania. (Archiv)

Der türkische Prediger Fethullah Gülen lebt seit 1999 im selbstgewählten Exil im US-Bundesstaat Pennsylvania. (Archiv)

KEYSTONE/FR170581 AP/CHRIS POST

Türkische Medien zitierten am Sonntag Aussenminister Mevlüt Cavusoglu mit der Aussage, Trumphabe dies während des G20-Gipfels in Argentinien zugesagt. Die Türkei macht Gülen für den Putschversuch vom Sommer 2016 verantwortlich.

Gülen lebt seit langem im US-Bundesstaat Pennsylvania. Das Thema ist ein zentraler Konflikt zwischen den USA und der Türkei.

Gerüchte über eine mögliche Auslieferung des Predigers waren bereits Mitte November aufgetaucht. US-Medien hatten damals berichtet, dass das Weisse Haus bei verschiedenen Behörden Erkundigungen über rechtliche Möglichkeiten eingezogen habe, Gülen ausser Landes zu bekommen. Eine Sprecherin des US-Aussenministeriums hatte dies damals dementiert.

Seit dem Putschversuch vom Juli 2016 gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan greift die türkische Regierung gegen angebliche Mitglieder der Gülen-Bewegung hart durch. Justiz und Medien gelten unterdessen als weitgehend handzahm gegenüber dem Staat. Gülen gilt als mächtigster innenpolitischer Gegner von Erdogan.

Nach offiziellen Zahlen von Mitte November wurden seither wegen angeblicher Verbindungen zu den Putschisten rund 218'000 Menschen festgenommen. 16'684 der Betroffenen wurden demnach verurteilt. 14'750 befanden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Mehr als 140'000 Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen. Die international scharf kritisierten Massnahmen treffen auch Akademiker, Menschenrechtler und Journalisten. (sda/chm)

Die Nacht des Putschversuches vom 15. auf den 16. Juli 2016: Eine der Bosporus-Brücken wurde teilweise gesperrt.
23 Bilder
In der Putschnacht: In Istanbul sind schwer bewaffnete Sicherheitskräfte auf den Strassen. Über der Metropole kreisten Helikopter.
Ein Auto brennt nach einem Feuergefecht zwischen Polizei-Einheiten und Soldaten auf dem Taksim Platz in Istanbul. Mindestens 42 Menschen sind in der Putsch-Nacht ums Leben gekommen.
Demonstranten in Ankara versuchen, die einfahrenden Panzer zu stoppen. Ministerpräsident Yildirim sagt am folgenden frühen Morgen, die Situation in der Türkei sei wieder weitgehend unter Kontrolle.
Nach dem Putschversuch kommt es zu Jubelfeiern im ganzen Land.
Nach dem Putschversuch kommt es zu Jubelfeiern im ganzen Land.
Nach dem Putschversuch kommt es zu Jubelfeiern im ganzen Land.
Die Bevölkerung steht hinter Präsident Erdogan An einem Gebäude am Taksim-Platz in Istanbul hängt sein Porträt, davor schwenken Anhänger türkische Flaggen.
In der türkischen Stadt Istanbul: Anhänger des Präsidenten «feiern» mit der türkischen Flagge die Niederschlagung des Putschversuchs. EMRAH GUREL/Keystone
"Kleines Paket": Erdogan will nach dem Putschversuch die Verfassung ändern lassen, um Militär und Geheimdienst unter Kontrolle zu bringen.
Die türkische Regierung verschärft die Ausreisekontrollen - damit soll verhindert werden, dass am Putschversuch beteiligte ausreisen.
Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat das Bildungsministerium landesweit 15'200 Staatsbedienstete aus seinem Verantwortungsbereich vom Dienst suspendiert. (Archivbild)
Nach dem Putschversuch kommt es zu Jubelfeiern im ganzen Land.
Nach dem gescheiterten Putschversuch lässt die Regierung Erdogan Journalisten verhaften.
Später sagt Erdogan, er wollel den Staat von «Viren säubern».
Es kommt auch zu einer Solidaritätsdemonstration für Erdogan in Istanbul
Erdogans Anhänger stehen unübersehbar hinter ihm.
Die türkische Regierung reagierte auf den Putschversuch mit einer Verhaftungswelle. Wegen voller Gefängnisse sollte Tausenden Kriminellen die Haftstrafe erlassen werden.
Polizisten führen einen Soldaten ab, der sich am Putschversuch in der Türkei beteiligt haben soll. Von vielen Festgenommenen fehlt jede Spur. (Archivbild)
Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan bricht bei der Trauerfeier für einen von Putschisten getöteten Freund in Tränen aus.
Erdogan trocknet sich Tränen ab.

Die Nacht des Putschversuches vom 15. auf den 16. Juli 2016: Eine der Bosporus-Brücken wurde teilweise gesperrt.

Keystone

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