Berlin
Schwitzender Obama in Berlin: «Wer im Krieg ist, findet keinen Frieden»

Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kalten Krieges will US-Präsident Barack Obama der atomaren Abrüstung neuen Schub verleihen.

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Barack Obama hält seine Rede in Berlin
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Barack Obama hält seine Rede in Berlin
Barack Obama hält seine Rede in Berlin
Barack Obama hält seine Rede in Berlin
Obama besucht Berlin

Barack Obama hält seine Rede in Berlin

Keystone

Die Sicherheit der USA und ihrer Verbündeter könne auch bei einer Reduzierung der Zahl der Atomsprengköpfe um bis zu einem Drittel sichergestellt werden, sagte er am Mittwoch in Berlin.

Obama bot Russlands Präsident Wladimir Putin an, über die Verringerung taktischer Atomwaffen zu verhandeln. Doch Moskau will vorerst nicht mitziehen.

Bei seiner mit Spannung erwarteten Rede vor dem Brandenburger Tor beschwor Obama wie Kanzlerin Angela Merkel die transatlantische Partnerschaft für Demokratie, Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Wohlstand weltweit.

Merkel bietet Freundschaft an

Zum Abschluss der 25-Stunden-Visite bezeichnete Merkel die deutsch-amerikanische Freundschaft bei einem Abendessen als wichtige Grundlage zur Lösung globaler Sicherheits-, Umwelt- und Wirtschaftsprobleme. "Die Freundschaft zwischen unseren Ländern ist eng und sie ist unverbrüchlich", sagte sie.

Barack Obama mit seiner Familie beim Ausstieg aus dem Flugzeug.
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Obama winkt dem Publikum zu.
Obama ist erneut in Berlin
Die Air Force One ist auf dem Flughafen Berlin-Tegel gelandet.
Barack Obama mit seiner Familie beim Ausstieg aus dem Flugzeug.
Herzlicher Empfang von Kanzlerin Angela Merkel
Blendend gelaunt: US-Präsiden Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel
Am runden Tisch
Die First Lady besucht mit ihren Töchtern die Mauer-Gedenkstätte
Der Präsident im Gespräch mit Kindern
Michelle Obama und Töchter Sasha und Malia auf dem Weg zum Holocaust-Memorial
Bundespräsident Joachim Gauck empfängt seinen Amtskollegen
Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm
Posieren fürs Erinnerungsfoto: Obama und Gauck
Wo ein Präsident ist, sind auch die Oben-ohne-Protestler von Femen nicht weit
Wo ein Präsident ist, sind auch die Oben-ohne-Protestler von Femen nicht weit
Wo ein Präsident ist, sind auch die Oben-ohne-Protestler von Femen nicht weit

Barack Obama mit seiner Familie beim Ausstieg aus dem Flugzeug.

Keystone

Auch lange nach dem Ende des Kalten Krieges bleibe viel zu tun, sagte die Kanzlerin und erwähnte die Regulierung der Finanzmärkte, den Klimaschutz, den Kampf gegen die nukleare Gefahr und den Einsatz in Krisengebieten.

"Auch unsere Generation hat vieles zu tun. Und das werden wir wieder gemeinsam lösen." Obama würdigte den Werdegang Merkels, die in der damaligen DDR aufgewachsen war. "Man muss seinen Jugendträumen treu bleiben. Das ist genau das, was Du geschafft hast."

Im Anschluss an das Festessen reiste Obama in die USA zurück. Gegen 22 Uhr hob die Präsidentenmaschine mit Dem Präsidenten, seiner Ehefrau Michelle und ihren beiden Töchtern Malia uns Sasha vom Flughafen Tegel ab.

Vision einer atomwaffenfreien Welt

Mit seinem Abrüstungsvorstoss knüpfte Obama an seine Prager Rede von 2009 an, als er seine Vision einer atomwaffenfreien Welt formuliert hatte.

Kremlchef Putin entgegnete nach Angaben der Agentur Ria Nowosti in St. Petersburg: "Wir können nicht zulassen, dass das Gleichgewicht im System der strategischen Abschreckung gestört und die Wirksamkeit unserer Atomwaffenkräfte gemindert werden."

Die nuklearen Ambitionen Nordkoreas und Irans müssten in Grenzen gehalten werden, forderte Obama. "Amerika wird 2016 einen Nuklearsicherheitsgipfel abhalten, um auch Spaltmaterial auf der ganzen Welt zu bannen", sagte er. "Wir werden einen internationalen Rahmen schaffen für die friedliche Nutzung der Kernkraft."

Obamas Versprechen

Bei grosser Hitze und begleitet von starkem Applaus sicherte Obama zu, er werde seine Bemühungen verdoppeln, das Gefangenenlager Guantanamo zu schliessen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International demonstrierte am Rande des Besuchs gegen das Lager.

Obama verteidigte die Internet-Spähprogramme des US-Geheimdienstes: "Sie helfen dabei, Menschen in Amerika und andernorts zu schützen." Schon zuvor hatte der Präsident bei einer Medienkonferenz mit Merkel gesagt, mindestens 50 mögliche Anschläge seien durch diese Praxis vereitelt worden - nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland.

Für die Weltwirtschaft sei das angestrebte Handelsabkommen zwischen den USA und Europa von grosser Bedeutung, sagte Obama: "Davon profitieren alle." In seiner Rede betonte er, der gemeinsame Handel sei "Motor der globalen Wirtschaft". Merkel betonte, sie werde sich "mit aller Kraft" für das Abkommen einsetzen.

Von Gauck empfangen

Neben Merkel hatte Obama auch Bundespräsident Joachim Gauck getroffen. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte nach einem Gespräch mit dem US-Präsidenten, es gebe bei der Einschätzung der Finanzkrise viel Übereinstimmung.

Gegenüber Gauck und Merkel lobte der Präsident die internationale Rolle Deutschlands in Afghanistan und in der Eurokrise. Zur Lage in Syrien sagte Obama, es müsse gewährleistet werden, dass dort Chemiewaffen nicht zum Einsatz kommen. "Wir wollen einen Krieg beenden", betonte er.

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