Ebola-Pfleger
«Nicht einmal die Eltern wollen sie zu Besuch haben»

Das Pflegepersonal von Ebola-Patienten muss in Spanien heftige soziale Konsequenzen ertragen. Freunde und Bekannte gehen auf Distanz und meiden aus Angst vor einer Ansteckung den Kontakt.

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Blick durchs Fenster in die Ebola-Station in Spanien.

Blick durchs Fenster in die Ebola-Station in Spanien.

Keystone

Das Krankenpersonal, das im Hospital Carlos III in Madrid drei mit dem Ebola-Virus infizierte Menschen betreut habe, werde jetzt nicht nur von Arbeitskollegen und Freunden, sondern zum Teil auch von den eigenen Familien und sogar vom Ehegatten ausgegrenzt.

Ebola-Hotline des Bundes

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat zur Ebola-Epidemie eine Telefon-Infoline eingerichtet. Täglich zwischen 8.00 und 18.00 Uhr geben Spezialisten Auskunft. Zu Ebola stellten sich der Bevölkerung zahlreiche Fragen, begründete BAG-Sprecherin Catherine Cossy die Einrichtung des Informationstelefons am Mittwochnachmittag. Gestellt werden können die Fragen Experten mit medizinischem Fachwissen. Andere Präventionsmassnahmen sieht das BAG zurzeit nicht vor. Die Telefon-Infoline ist gebührenpflichtig und über die Nummer 058 463 00 00 erreichbar. (sda)

Keine Einzelfälle

"Oft wollen nicht einmal die eigenen Eltern die Ebola-Pfleger bei sich zu Hause zu Besuch haben", wurde der CGE-Chef von der Nachrichtenagentur efe zitiert. In den Umkleideräumen des Madrider Hospitals Carlos III gingen Arbeitskollegen oft sehr deutlich auf Distanz zu den Betroffenen.

Die "Ausstossung" geschieht nach den Angaben nicht in Ausnahmefällen, sondern ist sehr verbreitet. "Fast alle wurden und werden mehr oder weniger Opfer von Ablehnung", so González Jurado.

Spanien hatte zwei ältere Priester, die Ebola-Kranke in Westafrika betreut und sich mit dem Virus infiziert hatten, zur Behandlung heimgeholt. Beide starben im Hospital Carlos III schon nach wenigen Tagen.

Anfang Oktober erkrankte dann eine Pflegehelferin, die einen der beiden Männer betreut hatte, als erster Mensch in Europa ebenfalls an Ebola. Die 44-Jährige hat die Krankheit inzwischen überstanden.

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